Montag, 29. September 2014

Wochenende, wie das duftet

Nur noch 4 Tage, dann haben wir wieder Freitag! Und weil die Tage so rasend schnell vergehen, setze ich mir immer kleine Ziele, damit ich etwas von der Zeit habe. Momentan ist das meistens mein Wochenende. Es ist relativ schnell erreichbar und verheißt eigentlich immer gutes. Vielleicht geht es dem einen oder anderen ja ähnlich ;-)
Und weil meine Wochenenden meine kleinen Highlights sind, möchte ich euch gerne vom vergangenen erzählen.

Eingeläutet wurde dieses mit dem 'Frozen Friday'. J und ich haben eine kleine Tradition begonnen. Wenn das Benehmen der Woche angemessen war, fahren wir an jedem Freitag zum Frozen Yogurt Place und belohnen uns.
Da nach einem regnerischen Donnerstag (einer der sehr wenigen bis jetzt), uns die Sonne am Freitag erneut mit ihrer Gesellschaft erfreute, schnappten wir uns also unsere Räder und strampelten darauf los. Ich muss gestehen, etwas Bammel vor der gar nicht so langen Tour hatte ich schon etwas. Amerikaner sind definitiv keine Fahrradnation und achten deswegen auch eher selten auf Menschen auf diesen Drahtgestellen. Erst recht, wenn der Radfahrer so klein ist, dass sie ihn aus ihrem riesigen Jeep oder ähnlichem nicht sehen können. Meine Zweifel waren jedoch (bis auf einen kleinen Zwischenfall) unbegründet und wir kamen sicher hin und her.

Als nächster Programmpunkt stand eine Mottoparty der Schule meines HDs an. Die 80er Jahre wurden noch einmal gebührend zelebriert. Total schön gemacht, viele auffallende und besondere Kostüme gab es zu bestaunen. Jede Klasse hatte einen anderes 80er Jahre Thema, welches sie umsetzen mussten. Das Seminar meines Gastvaters hatte das Thema Nerds (nach einem besonderen Film aus der Zeit, den Namen hab ich leider vergessen).
Im Hintergrund sind ein paar Kostüme zu bewundern

So ließen wir diesen Abend entspannnt ausklingen.

Am Samstag entschlossen wir spontan ein 'Applefestival', ein paar Orte weiter, zu besuchen. Was stellt man sich unter solchem vor? Ich dachte an eine Art Wochenmarkt, auf dem der Apfel gefeiert wird und es Dinge rund um dieses Obst gibt. Auch meine Gasteltern hatten keinen genauere Idee.
Als wir jedoch ankamen, verflüchtigten sich diese Gedanken relativ schnell!
Ich weiß gar nicht, wie ich es richtig beschreiben soll. Es war eine Art Jahrmarkt nur ohne jegliche Fahrgeschäfte. Imbiss reihte sich an Imbiss, Bude an Bude. Keine hatte wirklich etwas mit Äpfeln an sich zu tun. Zwischen drin ein paar Armish Stände, die selbst gemachte Apfelkuchen verkauften. Das war auch das einzige Produkt, in dem die Frucht sich bemerkbar machte. Es gab noch nicht mal einen Stand, an dem man nur Äpfel, einfache schlichte Äpfel kaufen konnte.
Trotzdem war es ein tolles Erlebnis und unsere Mägen wurden schnell gefüllt. Da wir vier Bäuche hatten, die es zu beruhigen galt, konnten wir also um so mehr probieren, da wir jedes Mal eine Portion kauften und jeder ein Stückchen abbekam. Wenn ihr mich fragt, eine klasse Idee!
Pumpkin Funnel Cake, total lecker!
Apple Fries vs normale Pommes
Und so aßen wir uns durch das Fest. Hier ein Leckerbissen, da eine Kleinigkeit.
Auch das Wetter trug dazu bei, dass der Tag ein rundum gelungener wurde. Strahlend blauer Himmel, nicht das kleinste Babywölkchen war zu sehen und die Sonne zeigte sich von ihrer Seite. Sie schien noch einmal all ihre Kraft zu nutzen und uns ordentlich einzuheizen. Als wir schließlich ins Auto stiegen, zeigte die Temperaturanzeige stolze 106°F (41°C) an. (Und das Ende September!!!!)

Harrisburg
Habe ich beim Einkaufen entdeckt!
Den Abend verbrachte ich wieder bei Alica und den krönenden Abschluss eines schönen Tages fand ich auf der Autofahrt zu ihr! Das Farbspiel von Sonne, anstehender Nacht und dem langsam entgleitenden Tag war einfach ein Marmeladenglasmoment für sich! Unbeschreiblich schön.
Mein Handy konnte diesen Moment leider nicht in all seiner Farbenvielfalt einfangen, jedoch spinnt eure Phantasie vielleicht weiter und ihr könnt euch vorstellen, wie das Ganze wohl gewirkt haben muss.


Am Sonntag war unser zweites AuPair Treffen an der Reihe. Diesesmal sollte es zu einem 'Wolf Sanctuary' gehen, einer Art Wolf Auffangstation. Ich stellte mir das super interessant vor, jedoch war leider das Gegenteil der Fall. Die Station besteht circa aus 4 Gehegen mit ungefähr jeweils drei bis vier Tieren darin. Wir wurden also von Gehege zu Gehege geführt und zu jedem Wolf wurde eine Geschichte erzählt. Eigentlich echt schön, so den Kontakt zu den Tieren zu bekommen, jedoch wird es ab der fünften Geschichte etwas uninteressant, denn diese glichen sich ziemlich.
Für mich war es trotzdem erstaunlich zu sehen, wie ähnlich die Wölfe Hunden doch sehen. Zum Beispiel war ein Wolf dabei, der haargenau aussah, wie ein Huskey. Ich hätte da absolut nicht sagen können, ob es nun ein Wolf oder Hund sei!

Mein Sonntag endete mit ein paar Stunden Arbeit und einem frühen Bettbesuch.

Ich bin gespannt, was mich diese Woche erwartet und zähle, wie schon zu Beginn, die Tage bis zum nächsten Wochenende. Vielleicht zählt der ein oder andere ja mit mir!
Ich wünsche euch allen eine schöne Woche mit dem einen oder anderen Moment nur für euch!

Kuss und Schluss
Franziska <3

Freitag, 26. September 2014

Der Amerikaner an sich

Hallo und herzlich Willkommen!
Ich dachte mir, ich erzähle euch heute mal etwas über den Amerikaner an sich.
Ich habe mich damals dafür entschieden in die USA zu gehen, denn neben dem, dass ich das Land einfach super mag, kam es mir am europäischsten vor.
Allerdings stelle ich nun von Tag zu Tag fest, wie unterschiedlich die Menschen hier sind. Und um das ganze etwas zu veranschaulichen, habe ich mal ein paar grobe Fakten zusammen getragen.

- Das ganze hier trifft mit Sicherheit nicht auf jeden Amerikaner zu und natürlich kann man nicht alle Menschen über einen Kamm scheren. Es sind also nur ein paar witzige Anekdoten und Auffälligkeiten. -

Amerikaner...

... nehmen (Fußgänger-) Ampeln nicht für voll
Du stehst an einer Kreuzung und dein Lämpchen leuchtet rot. Jeder Mensch weiß, dass heißt, man darf die Straße nicht überqueren. Und so kommt es, dass du geduldig wartest, bis es umspringt. So einfach ist das Ganze. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Hast du es eilig und es kommt nichts, oder es ist nur eine kleine Straße ohne viel Verkehr. Aber spätestens wenn kleinere Kinder dabei sind, gehört es sich, ein gutes Vorbild zu sein und zu warten.
Hier ist das anders. Da wird geschaut, bemerkt, dass man umsonst warten würde und entschieden zu gehen. Selbst wenn Kinder an der Ampel stehen und am schlimmsten, finde ich, sogar die Eltern gehen mit ihren Kindern bei rot. Sehr gewöhnungsbedürftig!

... haben keine Straßenregeln
Du fährst auf einen Highway auf. Jeder normale Autofahrer, der schon auf der Schnellstraße ist, würde Platz machen, oder die Beschleunigungsstreifen wären so lang, dass man ohne Probleme auffahren kann. Nun, hier schaut das anders aus. Entweder lässt dich niemand herein oder es gibt gar keinen Beschleunigungsstreifen. So kommt es öfter vor, dass auf dem kleinen Stück, welches dich zur Autobahn führt, mehrere Autos stehen und auf eine Lücke warten.
Auch Überholen wird hier gemacht, wie man munter ist. Du bist zu langsam und fährst trotzdem links? Kein Problem, das Auto hinter dir, zieht an deiner rechten Seite vorbei und schert dann wieder links ein. Ganz nach dem Motto, was nicht passt, wird passend gemacht.

Habe ich neulich entdeckt, als es neben uns fuhr! (Ich bin natürlich nicht gefahren)
 ... sind generell keine bewussten Autofahrer
Jedes zweite Auto, dass an dir vorbeifährt, wird von einer Person gelenkt, welches sich das Handy ans Ohr klemmt.

... fahren grundsätzlich zu schnell
Speedlimit auf dem Highway liegt meistens zwischen 55 und 65 mph (80/100kmh so ungefähr). Das interessiert die Autofahrer hier nicht im geringsten. Wenn ich schon mit circa 70mph fahre, ziehen andere Autos genervt und natürlich rechts (oftmals) mit einem weitaus höherem Tempo an mir vorbei.

... benutzen nie die Umkleidekabinen in Sportstudios
Hier ist es Gang und Gebe, dass man direkt in seiner vollen Sportmanitur ins Studio maschiert, etwas ackert und dann durchgeschwitzt in seinen Sachen wieder nach Hause fährt.  
 
Ohne Zusammenhang, einfach weil ich es euch nicht vorenthalten kann!
... stecken ihre gesamte Wäsche jedes Mal in den Trockner

Mir ist das neu. Bei mir daheim, trocknen wir nur Bettwäsche oder Unterwäsche im Trockner, alles andere lassen wir lufttrocknen. Das ist hier eher selten der Fall (Ich rede hier von meiner Gastfamilie) Hier wird die gesamte Wäsche aus der Waschmaschine sofort in den Trockner gegeben. Das spart natürlich Zeit, aber ob das der Wäsche so gut tut?

... haben ein super komisches Bettensystem
Zwei Matratzen, Matratzenschoner, Bettlaken, dünne Bettdecke, die nur aus einem Stück Stoff besteht, dicke Decke, womöglich noch eine Tagesdecke und dann jede Menge Kissen. Das sind die Grundlagen eines amerikanisches Bettes.
Mein Bett ist lächerlich gegen die richtigen amerikanischen Betten
... achten nie auf die Zeit
Du bist um 18 Uhr verabredet? Dann mach dich darauf gefasst, das der Amerikaner nicht vor 18.30 Uhr aufkreuzt.

... entschuldigen sich für alles
Du stehst im Supermarkt vor einem Regal, hinter dir kommt eine Mama mit einem großen Einkaufswagen. Zwischen dem Regal und dir ist jedoch noch so viel Platz, dass ein Elefant dadurch passen würde und trotzdem hörst du schon mehrere Meter weit weg 'Excuse me, excuse me'.
Ich komme mir manchmal echt unverschämt vor, wenn ich mich einfach durchschlängele und nicht jedes Mal in einem Entschuldigungsschwall ausbreche.

... sind auch generell super freundlich
Jeder ist 'Honey', 'Darling' oder 'Sweetie'. Egal, ob man sich kennt, oder die Kassiererin dich anspricht. Außerdem wird jedem und allem ein Lächeln geschenkt.

... sind super gesprächig
Du sitzt auf einer Parkbank. Aufeinmal setzt sich jemand zu dir. Es dauert nicht lang, bis ihr beide in einem Gespräch vertieft seid, worüber ist dabei ganz nebensächlich.
Out of the blue: Einfach, weil die Froyos hier so lecker sind
Ich hoffe, diese Fakten geben euch ein besseres Bild, neben den ganzen anderen Vorurteilen, die ein jeder kennt.

Ich wünsche ein fabelhaftes Wochenende.

Kuss und Schluss
Franziska <3

Montag, 22. September 2014

F und die Schokoladenfabrik

Da haben wir doch heute tatsächlich schon wieder Montag. Das Wochenende fliegt immer in fünffacher Geschwindigkeit an einem vorbei. Auf einmal klingelt um 6.30 Uhr schon wieder der Wecker und verkündet damit den Start in die weitere Woche.

Allerdings nehme ich mir jetzt schon eine kleine Auszeit und lasse die vergangenen drei Tage noch einmal an mir vorbei rauschen. Ihr seid natürlich herzlich willkommen, mir zu folgen.

Um das Wochenende gut einzuläuten, haben J und ich ab nun an eine kleine Tradition. Es ist Frozen Yogurt Friday! Und so ließen wir es uns auch diesen Freitag schmecken. Zu Hause wurden wir schon von meinem HD erwartet, der J mit weiten Armen in Empfang nahm. Ich dagegen, hatte andere Pläne und hüpfte daraufhin schnell ins Auto. Mit Musik aus den Boxen und der Sonne vor mir, bog ich auf den Highway und folgte galant dem Navi, bis ich an meinem Ziel war. Alica und ich hatten ein ganzes Franica Wochenende vor uns! Sobald ich auf ihre Einfahrt einbog, lief die Zeit in doppelter Geschwindigkeit. Wir kochten gemeinsam für ihre Gastfamilie, eines meiner Familienrezepte. Spätzleauflauf! Ich war überrascht, wie deutsch er schmeckte. Auch alle anderen waren begeistert!
Das sieht nur verbrannt aus, war es gar nicht!
Danach ließen wir den Tag am Lagerfeuer zusammen mit röstenden Marshmallows und jeder Menge Gesprächsstoff ausklingen.
Super gemütlich
Der Samstag sollte ein taffer Tag werden. Wir standen um 8 Uhr auf und nach einem Omlett als Stärkung machten wir uns dann schließlich auf den Weg in den Hershey Park. Vielleicht kennt der ein oder andere die Schokolade 'Hershey'. Der Park ist ein großer Freizeitpark mit jeder Menge Achterbahnen. Neben ihm ist die Schokoladenfabrik. Oder zumindest ein Teil davon, daher hat dieser Ort seinen Namen :-)

Da das Wetter super mitspielte, waren wir wohl nicht die einzigen, die die Idee hatten an diesem Samstag einen Ausflug zu planen. Trotz mittellanger Warteschlangen vor den Fahrgeschäften hatten wir super viel Spaß und schlängelten uns den ganzen Tag von einem Ende des Parks zum anderen. Mein Zeh hat auch super mit gemacht, obwohl er gegen Ende doch anfing zu murren. Jedoch ist das nach 12 Stunden im Park auch einem gesunden Zeh nicht zu verdenken.
Ein Teil der Schokofabrik
Gegen frühen Nachmittag kamen sogar noch Alicas Gasteltern mit denen das ganze zu einem runden Tag wurde.
Ein Aussichtsturm, nach den 'Hershey Kisses' benannt (kleine Schokoladentropfen)

Ich bin unteranderem die gelbe Achterbahn gefahren. Die war echt unglaublich. 
Ich glaube, wir haben keine Achterbahn ausgelassen, es sei denn sie hatte wirklich starke Loopings. Denn zum Glück sind sowohl Alica und ich keine großen Loopingfans. Generell haben wir eine sehr ähnliche Ansicht, was das Achterbahnfahren angeht.

Einen besonderen Gruß an TT!
So schön!
Es war gigantisch zu sehen, wie die Achterbahnen beleuchtet sind bei Nacht. Echt total schön und dank der Lichter fällt einem erstmal auf, wie lang die Bahnen eigentlich sind, und wo sie sich langschlängeln. Während der Fahrt hat man dafür eher selten den Blick.


Auch witzig, überall im Park gab es solche 'Handy-Auflade-Stationen'. Am Morgen waren alle noch leer, am Abend jedoch, kämpften viele Menschen um einen der Handyanschlüsse.

Der Tag war super schön und erschöpfend. Als wir schließlich nachts gegen halb 1 Uhr im Bett waren, dauerte es nur wenige Sekunden, bis wir beide ein leises und zufriedenes Schnorcheln von uns gaben.

Sonntag war dann unser entspannter Tag, den wir mit einer Tüte Chips und ein paar Folgen 'Pretty Little Liars' (netflix sei dank!) genossen. Gegen 15 Uhr entschloss ich mich, den Heimweg anzutreten und was soll ich sagen? Mein Sonntag endete früh in meinem Bett, immer noch geschlaucht und mit schmerzenden Füßen vom Vortag. Gelohnt hat es sich jedoch auf alle Fälle und ich bin mir sicher, mich wird der Park definitiv noch öfter sehen!

Ich hoffe auch ihr hattet ein schönes Wochenende mit schönem Wetter. Man merkt mehr und mehr, wie sich der Herbst bereit macht uns auf den kommenden Winter vorzubereiten.
Mit diesen Worten und den Gedanken noch in den vergangenen Tagen, entlasse ich euch in die Woche.

Kuss und Schluss
Franziska <3

Donnerstag, 18. September 2014

Hinter den Kulissen

Unglaublich, jetzt bin ich doch schon fast zwei Monate aus Braunschweig weg.
Soweit hat auch alles langsam seine gewohnten Wege gefunden. Über meinen Tagesablauf hatte ich auch ja schon an dieser Stelle, berichtet. Soweit hat dieser sich auch gar nicht wirklich geändert, eher gefestigt würde ich sagen.
Ich bin froh, nun langsam sagen zu können, dass wir uns in geregelten Bahnen befinden und an anderen Baustellen weiter arbeiten können.

Mir wurde oft gesagt, ich würde so positiv und glücklich klingen. Das ist leider noch nicht so ganz der Fall. Muss ich ehrlich gestehen.
Für den einen oder anderen mag es vielleicht überraschend kommen, aber man möchte sich natürlich immer auf die schönen Momente konzentrieren und von diesen erzählen. Man blendet einfach alles andere aus, dafür gibt es keinen Platz in den eh schon viel zu langen Posts. Trotzdem gibt es da auch eine andere Seite und der widme ich heute einen ganz eigenen Post.

Du verlässt also deine Heimat. Deine Freunde, deine Familie, deine Hobbies, deine gewohnte Umgebung und noch so vieles mehr. Du machst dich auf die Socken. Du willst einfach mal raus und wann ist eine bessere Zeit dafür, als nach dem Abitur. Deinen ersten Lebensabschnitt hast du hinter dir, die Welt steht dir offen. Und du entscheidest dich, diese nun auf eigene Faust zu erkunden.  
Dieses Abenteuer anzutreten, dafür gibt es zig tausend Wege und Möglichkeiten. Ich habe mich für ein AuPair Leben in den USA entschieden (kommt jetzt überraschend, oder?)
Nach Tagen vieles Vorbereitens und Grübelns, steht der Tag der Tage an. Ein lachendes und weinendes Auge sehen alles zum vorerst letzten Mal. Im Gepäck mehr als nur Wünsche und Vorstellungen. Im Gepäck, dein neues Leben. Und du hast keine Ahnung wie das ausschaut. Es ist, als hätte dir am Flughafen jemand Fremdes einen dir unbekannten Koffer mitgegeben, voll bepackt bis oben hin. Aber was erwartet dich? Es gleicht einer riesen großen Wundertüte.

Dann kommst du an und nach und nach öffnet sich der fremde Koffer immer mehr und gibt seinen Inhalt preis. Vielleicht hast du Glück und hast das große Los gezogen, oder aber du bemerkst das Gegenteil.
Was der Koffer letztendlich alles beinhaltet, dass erfährst du erst, wenn du wieder auf deinem Heimatboden stehst. Wann das jedoch ist, entschied bereits der Fremde, der für dich den Koffer gepackt hat.
Und so vergehen die Tage in deinem neuen Leben. Man versucht sich etwas aufzubauen, schließlich muss man komplett von null anfangen.

Kommen wir zu meiner Erfahrung:
Der erste Monat geht schneller herum, als man denkt. Ehe man es realisiert, ist die Zeit auch schon vorbei. Trotzdem würde ich diesen ersten Monat, den 'rosaroten' Monat nennen. Alles ist neu, alles ist toll. Man wird herzlich aufgenommen, alle sind so lieb und nett und kümmern sich um dich, wollen, dass du dich wohlfühlst.
Nachdem die rosa Brille jedoch an Farbe verliert, alle wieder ihren Alltag aufnehmen und du dir deinen langsam aufbaust, verblasst auch die Anfangseuphorie, wie bei so vielen neuen Dingen.
Bei manchen verschwindet die Harmonie nicht, bei anderen vielleicht nach und nach. All das zeigt sich erst mit jedem Tag, in dem sich der Koffer weiter öffnet.

Mein zweiter Monat war schwieriger. Meine HM ist so gut wie nie zu Hause. Da sie geschäftlich viel herumreisen muss, sehen wir sie teils wochenlang nicht. (Es wurde am Anfang gesagt, dass sie momentan in ihrer 'busy season' stecken würde, jedoch war nicht klar, dass sie manchmal sogar an den Wochenenden weg ist. Eine schwierige Situation für uns alle.)
Hinzu kommt, dass die Väter in den Familien oftmals länger brauchen mit der neuen Gegebenheit umgehen zu können. In meinem Fall ist mein HD super unter Strom, da er momentan nochmal die Schulbank zur Fortbildung drückt und jeden Abend mit Tonnen von Hausaufgaben nach Hause kommt.
Da bleibt das erwünschte und erhoffte  'Familienzusammenleben' erstmal aus.
Ablenken, rausgehen und viel mit Freunden unternehmen würde vielleicht helfen. Hier liegt die nächste Schwierigkeit. In meiner Umgebung wohnen alle AuPairs circa eine Autostunde voneinander entfernt. Kein Grund, sich nicht zusehen, aber ein starkes Hindernis. Ein schnelles 'Wir treffen uns nach der Arbeit kurz auf ne Cola' oder Ähnliches ist einfach nicht drin.
Und so kommt es, dass ich meine Abende meist in meinem Bett mit Netflix (ein Programm, in dem man alle möglichen Serien und Filme schauen kann), einem Buch oder skypend verbringe.

Naja, man sollte nicht vergessen, dass man immer noch erst im zweiten oder nun dritten Monat steckt und halt doch alles noch nicht so gefestigt ist, wie in seiner eignen Familie/Umgebung.
Zumal ich trotz der Distanz schon einige Freunde und liebe Anlaufstellen gefunden habe.

Ich weiß, dieser Post war lang und mühsam, aber ich hoffe, ihr habt euren Weg hindurch gefunden. Wenn ja, dann wisst ihr nun, wie es mir hier ergeht und dass ich noch nicht so ganz im Glück angekommen bin.
Es bleibt spannend, was mein Koffer noch so alles enthält und wie meine Reise weitergehen wird.
In diesem Sinne entlasse ich euch und bin mir sicher, dass bei dem nächsten Post wieder ein paar mehr Bildchen dabei sind und er wieder etwas weniger nachdenklich wird :-)

Kuss und Schluss
Franziska <3

Montag, 15. September 2014

Jersey Shore

Obwohl ich momentan eher einem Krüppel gleiche (oder vielleicht gerade deshalb?) wurde ich von Alicas Gastfamilie gefragt, ob ich das Wochenende nicht mit ihnen zum Strand fahren möchte.
Da nun die Entscheidung zwischen 'Das Wochenende alleine gammelnd zu Hause verbringen' oder 'Strand mit deinen Freunden' stand, entschied es sich schnell.
Als meine Gastfamilie dann ihr Okay gab, war alles fix in trockenen Tüchern.

Ocean City, New Jersey
So erwartete mich Samstagmorgen so gegen halb acht mein Taxi. Alicas Gastoma hatte sich dazu bereit erklärt mich einzusammeln, da sie nur einen Ort weiter wohnt.
Die Fahrt dauerte cerca drei Stunden, die aber dank vielem Quatschen und einem kurzen Nickerchen recht schnell vorüber gingen.

Ich muss echt sagen, ich war überrascht, wie hübsch Ocean City ist! Überall stehen nette, süße, kleine Häuschen direkt in der ersten Reihe vor dem Strand. Alle sehen unterschiedlich aus, jedes ist auf seine Weise ein Unikat. Echt hübsch ist es dort. Ich bin mir sicher, diese Gegend wäre auch etwas für meine Mama. Die wäre aus dem Staunen über die hübschen Häuschen gar nicht mehr rausgekommen.

Leider meinte es der Wettergott am Samstag noch nicht so gut mit uns. Es war alles grau in grau und ab und zu überraschte uns ein Regenschauer.
Schön ist es trotzdem, finde ich
Dennoch ließen wir uns nicht die Laune verderben und machten das Beste aus der Situatuion mit lustigen Gesellschaftsspielen und viel Geplauder.

Entschädigt für diesen Tag wurden wir mit diesem wunderschönen Sonnenuntergang.
Wunderschön, nech?
Weiter mit dem guten Wetter ging es direkt am nächsten Morgen. Geweckt wurde ich durch das Kitzeln der Sonnenstrahlen. Was für ein schönes Gefühl auf der Haut!
Das sieht doch schon ganz anders aus
Und obwohl der Wind super frisch war und wir morgens sportliche 12°C hatten, wagte ich den Weg hinunter zum Strand. Statt der schnellen zwei Minuten brauchte ich jedoch fast lockere sieben, würde ich schätzen. Trotzdem bin ich stolz auf mich, dass ich es geschafft habe. Dafür wurde ich dann auch mit einem schönen Blick auf die Häuserreihen belohnt.


Und trotz der Kälte hat die Sonne noch unheimlich Kraft! Wenn die länger auf deinen Rücken scheint und mal kein Wind weht, könnte man fast zerlaufen! Außerdem bräunt sie immer noch 1a! Also hat sich dieser Ausflug auch in Bezug auf meine Winterfarbe nochmal ordentlich gelohnt.

Nachmittags entschieden wir uns, der Promenade, auch 'Boardwalk' genannt, einen Besuch abzustatten.
Echt wie in einem Film sah es da aus. Imbissbude an Imbissbude und Eisstand an Eisstand. Und am Ende sogar noch ein kleiner Vergnügungspark mit Riesenrad, jeder Menge Karussellen und ähnlichem. Fast wie ein Rummel!
(Leider habe ich davon keine Fotos machen können, weil ich zu sehr mit meinen Krücken und dem Fortbewegen beschäftigt war. Eines kann ich euch aber sagen: Solche Dinger sind echt ein super Workout! Mir tut heute alles weh)
Das Bild ist bei einer der zahlreichen Pausen entstanden
Jedoch neigte auch dieser Tag sich viel zu schnell dem Ende zu, weswegen wir viel zu schnell diesen schönen Ort wieder verlassen mussten. Die Arbeit ruft!

Bevor wir uns zurück on the road machten, hielten wir noch einmal um zu tanken. Und das ist in New Jersey ein Erlebnis für sich (finde ich). Dort ist es gesetzlich verboten selber zu tanken. Du fährst also an eine Zapfsäule, wo eine Person steht. Du lässt das Fenster herunter, sagst ihm, was und wie viel er bitte tanken möge. Dann musst du ihm die Kreditkarte geben, die er dann in die Zapfsäule steckt und dann tankt. Du sitzt währenddessen schön im Auto und wenn alles fertig ist, bekommst du den Bon und die Karte zurück und kannst vollgetankt von dannen ziehen. Ich persönlich finde es etwas komisch, weil du dieser fremden Person vertrauen musst, dass er nicht einfach mit deiner Karte abhaut oder ähnliches. Praktisch ist es trotzdem alle male, vorallem für mich, hehe.
Alleine wegen dieser Erfahrung hat sich der Ausflug schon gelohnt!

Und zum Abschluss eines wirklich schönen Wochenendes wurde der Abendhimmel mal wieder in ein wunderschönes orange/gelb getaucht! Einfach herrlich und ich glaube mein neues Lieblingsfotomotiv!

Wie sagt der Amerikaner? AMAZING!
Die Skyline von Philadelphia

Diese Farbspiele sind so unglaublich!
In diesem Sinne entlasse ich euch in die Woche. Ich hoffe ihr hattet einen schönen Montag. Denkt daran, der schlimmste Tag der Woche, den habt ihr bereits schon fast ganz hinter euch!

Kurzes Update: Meinem Fuß geht es ein wenig besser. Ich kann auf der Seite schon wieder auftreten, was mich beim Gehen aussehen lässt wie ein Alien, aber immerhin muss ich nicht mehr einbeinig durch die Gegend hüpfen. Mal schauen, wie lange das ganze Spiel überhaupt noch dauert. Ich hoffe nicht mehr lang, ich habe genug vor! Der Zeh jedoch ist immer noch arg geschwollen!

Kuss und Schluss
Franziska <3

PS: Ich wünsche meiner Oma, alles alles Gute nachträglich zu ihrem Geburtstag und beneide sie immer noch für das leckere Essen, welches sie gestern hatten!
PPS: Danke auch an Alica und Familie, dass sie mich mitgenommen haben und dieses Wochenende mit mir geteilt haben! :-)

Samstag, 13. September 2014

Nachtrag

Wie lauetet das Sprichwort so schön? Man solle den Tag nicht vor dem Abend loben? Ich schätze, dass sollte ich mir echt mehr zu Herzen nehmen.
Habe ich gestern noch großartig betont, dass die Woche sehr unspektakulär gewesen wäre, musste der heutige Tag natürlich aus der Reihe fallen.

Ich erstatte kurz Bericht.
Nachdem ich J und mir ein leckeres Mittagessen gekocht hatte (ein Hoch auf meine Kochkünste) und sie nach einem Buch erfolgreich in das Land der Träume entschwunden war, wollte ich die Treppe nach unten gehen und da passierte es. Wir haben hier auf all unseren Treppen Teppich und meine Füße schienen so trocken gewesen sein zu müssen, dass ich ausrutschte und der Länge nach die Treppe hinuntersegelte. Zuerst dachte ich, dass nur eine kleine Schramme alles war, was ich einstecken müsste, jedoch nach genauerem Schütteln, merkte ich, dass ich meinen Zeh nicht mehr bewegen konnte.
Ich versuchte also irgendwie die letzten Stufen hinab zu bezwingen und hüpfte auf einem Bein heraus in den Garten. Unsere Haushälterin war zu dem Zeitpunkt ein Glück da und ich erzählte ihr schnell, was mir zuvor zugestoßen war. Sie machte mir sofort einen riesigen Beutel Eis und ich setzte mich hin.

Nach dem ersten Schock, versuchte ich meinen HD zu erreichen, der daraufhin sich beeilte nach Hause zu kommen.
Wir warteten noch geduldig, bis J aufwachte und fuhren dann zusammen zum 'Urgent Care'. Eine Art Notaufnahme, aber in günstig, da die im Krankenhaus hier in den USA schonmal bis zu 300 Dollar kosten kann. Und da es ja 'nur' ein Zeh war, war es mir das Geld nicht wert.

Ich kam schnell an die Reihe und erleichtert stellte der Arzt fest, dass der Zeh nicht gebrochen sei, nur sehr stark gestaucht.
Er gab mir solche überaus schlimm aussehenden Krücken, stützte den Übeltäter und entließ mich.
Die Tage wird wahrscheinlich die Rechnung kommen, dann wird sich zeigen, ob die Einrichtung in der Tat so günstig ist.
Da ist der ja, der Unglücksrabe!
So, das nur kurz von mir. Es ist nun also nicht ganz so schlimm, wie am Anfang vermutet, trotzdem bin ich nun eine Woche lang auf solche Stützen angewiesen. Na klasse! Dabei hatte ich so viel vor.

Mit diesem kleinen Nachtrag entlasse ich euch jetzt in die Freitagnacht, hoffe ihr habt Spaß, bei dem, was ihr tut und ein wunderschönes Wochenende!

Kuss und Schluss
Franziska <3

Freitag, 12. September 2014

Und täglich grüßt das Murmeltier

Die nächste unspektakuläre Woche ist fast vorüber, Zeit für ein Resümee.

08.09. Montag, der meist gehasste Tag (unterstelle ich jetzt einfach mal). Ein sehr verschlafener Tag. J habe ich rechtzeitig zum Pre-K (ein paar Stunden Vorbereitung für den Kindergarten) abgesetzt. Zurückschleppen konnte ich mich auch noch rechtzeitig, bis ich wieder in einen tiefen Schlaf fiel. Langsam macht sich der ganze Schlafentzug der letzten Zeit bemerkbar.
Auch sonst, war unser Tag ein sehr ruhiger, relaxter.
Ein gutes Buch und Gymnaystics, was will man mehr?
Ich habe Abendbrot gekocht und zwar einen super leckeren Nudelauflauf. Leute, ich mutiere hier echt zur Köchin und finde immer mehr Spaß daran. Freut euch auf diverse perfekte Dinner, wenn ich nach Hause komme. (Haha, ja ich übertreibe etwas. Und am unvorstellbarsten muss diese Aussage für all die Leute sein, die mich kennen!)

09.09. Dienstag, der Tag voller Tatendrang!
Morgens, den Tag direkt am Schopf gepackt, hieß es ab zum Zumba. Ein bisschen Popowackeln kann nie schaden.
Heyho, let's go!
Danach wurde sich an diesem Tag noch bei ein paar umliegenden Ballettschulen Infomaterial eingeholt, hier und dort hingefahren und geguckt, ob auch keiner guckt. Ich vermisse meinen Sport hier total und hoffe in nächster Zeit in Bezug auf beide Aktivitäten eine gute Lokation finden zu können!

10.09. 11! Mittwoch, die gute alte Mitte der Woche und die süße Verlockung aufs bald anstehende Wochenende.
Tagesplan sah wie folgt aus: Gym, danach Grocery Shopping. Anschließende Stärkung beim Lunch, Naptime. So viel zum Vormittag.
Der Nachmittag war etwas kniffeliger und so entschloss ich mich, meine Triumphkarte zu spielen - Eis Cookies zu machen!
Hat ein Glück funktioniert und so trafen wir uns nach einem Nickerchen, gestärkt, in der Küche ein und fingen munter an zu manschen.
Eine echt witzige Sache, die super super einfach geht. Man sollte sich nur über das Chaos und die Schmadderei bewusst sein. Wenn man das ausblenden kann, steht dem Spaß eigentlich nichts mehr im Wege! (Nochmal Danke Mami für diese genialen Ausstecher, mit denen das ganze ein Kinderspiel ist!)
Schmuddelkram
Das überaus leckere Ergenbnis lässt sich sehen
11.09. Donnerstag, der Tag des Gedenkens.
Den habe ich ganz still, gemütlich und lecker bei Alica, dem deutschen AuPair (habe ich euch bereits anfangs schon einmal vorgstellt) in meiner 'Nähe' verbracht. Das Wörtchen Nähe ist deshalb in Häkchen gesetzt, weil ich es gerne mag und weil man Nähe hier in den USA ganz anders definiert. Eine Stunde Autofahrt ist für die, wie mal eben kurz in die Stadt düsen, ein Klacks!
Mit jeder Menge Gesprächsstoff im Gepäck und guter Musik im Radio ging es auf den Highway. Angekommen wurde erstmal getratscht und sich ausgetauscht, 'Pretty Little Liars' angefangen (wir erkoren es als unser sofortiges Ritual) und einfach nur gemütlich auf dem Sofa gelümmelt.
Natürlich (ich glaube, ich habe ein neues Lieblingswort) geht nichts ohne Essen, weswegen ein Italiener als Dinnerplace ausgewählt wurde. Da haben wir dann den Abend verbracht und es uns gut gehen lassen.
Calzone für mich
Pizza für Alica
Ich kann euch beruhigen, wir haben beide jeweils nur cerca ein einhalb Stücken verdrücken können, ehe wir auf der Stelle beinahe geplatzt wären. Und das waren schon die kleinsten Portionen, die man sich dort bestellen konnte!
Da mein Rückweg jedoch genauso lang ist, wie mein Hinweg (logisch) wurde sich zeitig wieder auf den Weg gemacht, dem Sonnenuntergang entgegen.
Bis morgen Sonne!
Echt ein atemberaubendes Gefühl, die komplette Dunkelheit im Rücken und das warme Sonnenlicht vor dir. Ein perfekter Abschluss von einem perfekten Tag!

Und da bei euch in dem lieben Deutschland schon der Freitag angebrochen ist, möchte ich an dieser Stelle noch kurz etwas anmerken:
- C, ALLES ALLES ALLES LIEBE UND GUTE ZU DEINEM GEBURTSTAG! ICH WÜNSCHE DIR EINEN GANZ HERRLICH SCHÖNEN TAG! -

Mit diesem Gruß verabschiede ich mich in die Nacht. Die Müdigkeit steckt mir noch immer sehr in den Knochen. Ich schätze der Freitag morgen wird ähnlich sleepy, wie der Tag mit dem ich in die Woche gestartet bin.

Kuss und Schluss
Franziska <3

PS: War das für meine Verhältnisse ein relativ kurzer Post oder kommt mir das nur so vor?

Montag, 8. September 2014

Ich war noch niemals in New York

- den Satz kann ich mir spätestens nach diesem Wochenende sparen.
Ich war zwar schon während der Acadamy einmal kurz in New York gewesen, doch das Problem mit diesem Trip hatte ich euch ja schon bereits an dieser Stelle erläutert.

Dieses Wochenende sollte jedoch anders werden.
Da eine sehr gute Freundin von mir in besagter Stadt am Samstag den letzten Stop ihrer USA-Rundreise halten wollte, entschlossen wir, uns dort zu treffen. Perfekt hinzukam, dass ich nur ca. 3 Stunden mit dem Zug von dem 'Coutry Jungle', wie Alicia Keys es in ihrem Lied so schön besingt, wegwohne.
Da ich mich dem ganzen jedoch noch nicht alleine stellen wollte, entschlossen meine Gastfamilie und ich, einen Familienwochenendtrip rundherum zu planen.
New York ist einfach so groß und wuselig. Alles sieht gleich aus und man verliert schneller die Orientierung als im Labyrinth. So wirkt es momentan jedenfalls noch auf mich. Dank der kurzen Entfernung, werde ich der Stadt bestimmt noch öfter einen Besuch abstatten können, ob ich mich danach eine bessere zurecht finde, bleibt jedoch fraglich. Ich werde berichten!

Back to the topic. Wir stiegen am Samstagmorgen, 9.30 Uhr in den 'Amtrak'. Eigentlich ist das Zugfahren hier gar nicht so anders als in Deutschland.
Ich finde jedoch, der Name und die Optik des Transportmittels selbst erinnern mich etwas an den Polarexpress! (Obwohl ich gestehen muss, ich habe diesen Film nie gesehen.)


Nach einer cerca drei stündigen Fahrt kamen wir schließlich so gegen 12.30 Uhr in der 'Penn Station' an. Schnell schlängelten wir uns durch die genervten New Yorker hinab ins Subway System. Da unten herrscht vielleicht ein Chaos! Und schön ist es auch weniger. Aber immerhin erfüllt es mehr oder weniger seinen Zweck und bringt die Menschen von A nach B.
Von der Penn Station hangelten wir uns nun mithilfe verschiedener Linien, am U-Bahn Netz entlang und erreichten schließlich unsere Haltestelle 'Grad Central Station'!
Als wir die Sub verließen und ich den ersten Blick auf die Haltestelle erhaschen konnte, war ich geschockt! Wo war der Flair, das schöne Ambiente, was immer so schön in den Filmen und Serien dargestellt wird?
Von alle dem ist unter der Erde nämlich absolut nichts zu sehen!


Zeit zum Trübsal blasen hatte ich allerdings nicht. Ein straffer Tagesplan war schon auf der Zugfahrt besprochen worden. So stiegen wir die Treppen hinauf und zum ersten Mal sah ich das 'richtige' New York. Untermalt wurde das ganze von einem beißenden Uringeruch! Als J und ich die Gesichter verzogen fing mein HD an zulachen und hieß uns in der Stadt willkommen.

Nach ein paar Irrwegen fanden wir dann auch das Hotel, checkten ein, brachten unsere Sachen aufs Zimmer und maschierten schnurstracks wieder los.
Folgender Programmpunkt hieß 'American Museum of Natural History'.
Auf der Karte schien der Weg einfach. Wieder ein bisschen unter der Erde fahren, einmal durch den Central Park und schwups sei man angeblich da. Schade, dass es uns fast eine ganze Stunde gedauert hat, bis wir merkten, dass wir auf dem falschen Weg sind. Also wurde zur Hälfte zurückgegangen und eine neue Abbiegung wurde getestet. Gott sei Dank war dieses dann auch die richtige!
Das Wetter spielte leider auch nicht so mit. Es war sehr schwül und drückend, zwischendurch kamen wir sogar in einen Regenschauer.

Irgendwo im Central Park
Im Museum (ach echt??)
Im Museum hatten wir dann nur noch ungefähr 1 1/2 Stunden Zeit alles anzuschauen, ehe wir uns wieder auf den Weg zurück zum Hotel machen mussten. Um 18 Uhr stand nämlich mein persönlicher Höhepunkt und der Grund der Reise an, meine Verabredung mit C und ihrer Schwester!
Natürlich zog sich alles etwas in die Länge, sodass ich zu verabredeter Uhrzeit noch irgendwo unter der Erde steckte. Ein Glück erreichte mich wenig später eine SMS, auch sie würden später kommen.

Um dem U-Bahn Chaos zum Treffpunkt zu entkommen, stieg ich direkt vor meinem Hotel in Yellow Cab und habe gegrinst wie ein Honigkuchenpferd. Es ist doch nur Taxifahren, sagen einige bestimmt. Sie haben ja eigentlich auch recht, aber die Yellow Cabs sind schon berühmt oder nicht?
Dieses brachte mich dann auch sicher an den verabredeten Treffpunkt. Ein Wunder bei der Autofahrkultur in New York!

Natürlich hatten wir uns nicht einfach so verabredet, sondern ein bisschen Sightseeing musste auch sein. Wir hatten uns entschlossen aufs 'Top of the Rock' zu steigen. Eine Aussichtsplattform auf dem Rockefeller Center. Gigantisch! Ich empfehle es echt jedem!





Und dort nutzten wir dann auch die ganzen Abendstunden. Dank ein paar Bänken, suchten wir uns den besten Platz und vergaßen über unser Geschnackel ganz die Zeit! Ein weiteres Highlight war ein Gewitter und die Blitze, die den Abendhimmel zwischendurch für Sekunden fluteten. Einfach herrlich!
Und ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Ausblick mit meinen beiden Ladys für diesen Moment teilen durfte!

Kurz bevor es jedoch zu regnen anfing, entschieden wir uns, das Deck zu räumen und nach Hause zu fahren. Inzwischen war es auch schon 23 Uhr.
Wir stiegen also in den Fahrstuhl, der uns binnen weniger Sekunden vom Stock 67 in den ersten brachte. Alleine schon diese Fahrstuhlfahrt ist etwas besonderes für sich!
Dort suchten wir uns dann ein Cab bzw versuchten es. Dank des Regens, war jedes Taxi, welches an uns vorbei kam, besetzt und hielt deswegen nicht. Nach einer halben Stunde jedoch, die Rettung. Wir stiegen ein und konnten nochmal zu dritt einen Yellow Cab Ride genießen.
An meinem Hotel kamen wir leider viel zu schnell an und es trennten sich viel zu plötzlich unsere Wege.
Trotzdem war es super super schön und ich bin so froh, die beiden gesehen zu haben.
Um 24 Uhr schlich ich dann ins Hotelzimmer und fiel sofort in den Schlaf.

Heute hatten wir eigentlich noch vor, uns die 'richtige' Grand Central Station anzuschauen, aber die Zeit verging schneller als berechnet und so mussten wir unsere Beine in die Hand nehmen und zusehen, dass wir unseren Zug nach Hause überhaupt bekommen.

Heute war das Wetter natürlich traumhaft!
Unser Hotel in Manhattan!
Alles in allem war es zwar ein hektisches und alles andere als erholsames Wochenende aber es hat sich zu tausend Porzent gelohnt!

Kuriosität: Wieder einmal ist mir aufgefallen, den Amerikanern sind Ampeln total wurscht. Für sie scheinen solche bunten Anlagen eher zur Kategorie Discolicht zu gehören. Schön anzusehen, nicht wirklich nützlich und auf Dauer einfach nervig.
Selbst mit kleinen Kindern an der Hand wird die Straße bei rot überquert!

In diesem Sinne
Kuss und Schluss
Franziska <3

PS: Ein ganz großes Danke geht auch an meine lieben Großeltern, die mir ein Päckchen haben zukommen lassen. DANKE!