Montag, 23. Februar 2015

Rituale und Gegebenheiten

Ich sollte mich schämen! Euch so lange auf eine Fortsetzung meiner Reise warten zu lassen!
Es tut mir schrecklich Leid!
Es scheint, im Rückblick, nur ein Augenschlag her, als ich meine Freude über den Schnee mit euch teilte. (By the Way. Dies ist mein meist geklickter Post. Ganze 247 Aufrufe, für mich jede Menge. Halleluja! Ich dachte ich schau nicht recht. TAUSEND TAUSEND DANK FÜR JEDEN EINZELNEN LESER, DER SO VIEL GEDULD MIT MIR HAT!!!!!!!!!)

Und bevor ich nun mit vielen Worten über das Schwinden der Zeit, eure Zeit stehle, werde ich direkt in den heutigen Post springen! Wie die Überschrift schon verrät möchte ich euch gerne, ein paar meiner entstandenen Rituale, meist mit J, vorstellen. Dazu werden kleine Geschichten den Post ausschmücken.

Ritual Nummer 1.
Jeden Morgen und auch immer öfter abends, haben J und ich das Ritual gemeinsam Zähne zu putzen. Ich setze mich auf den Toiletten Deckel (direkt neben dem Waschbecken), während sie aus dem Schrank unsere Zahnbürsten und -pastas holt. Ja, ihr habt richtig gelesen. J hat ungefähr drei verschiedene Pasten, zwischen denen sie täglich, je nach Lust und Laune wechselt. Ihr Favorit jedoch ist immer noch die deutsche!
So machen wir die Bürsten dann einsatzbereit und während J die Tuben wieder an Ort und Stelle zurück legt, mache ich sie nass. Danach bekommt jede ihre in die Hand gedrückt und auf 'Ready, Steady, Go!' geht es los. Wir putzen wie die Meister. Es geht nun nicht darum, wer als erstes fertig ist, sondern ob auch alle Zähne eine ordentliche Wäsche bekommen haben.
Nachdem unser Mund nun blitzt, ist es Zeit für den 'Teeth-Check'. Dort grinsen wir beide um die Wette in den Spiegel und entscheiden, wer heute am saubersten geputzt hat. Das klappt echt eins a!

Den einen Abend liegen wir im Bett. Noch eine Gute Nacht-Geschichte und dann geht es in das Land der Träume. Als ich die Decke wegschieben und mich darunterlegen will, wird J laut. 
J: "Halt stop! Nicht darunter legen!" 
F: "Warum denn das? Möchtest du nicht gern unter der Decke schlafen?"
J: " Doch, aber wenn ich das Bett jetzt nicht richtig benutze, muss ich es morgenfrüh nicht wieder zurecht machen." - Schlau gesprochen Kiddo!

Ritual Nummer 2.
Abgesehen von den Abenden, in denen ich einfach nicht anders kann und ihr erlaube neben mir in meinem Bett zu schalfen, haben wir auch ein Zu-Bett-Geh-Ritual. Nachdem mehrere Geschichten durchgelesen sind, kommt der für J unangenehme Part. Sie muss alleine schlafen. Und weil sie das absolut nicht magt, fragt sie jedes Mal, ob man denn nicht nochmal mit ihr liegen bleiben könne, bis sie schläft. Meist sind das dann nochmal ein bis zwei Stunden, weil sie sich festquatscht. Also haben wir die Strategie entwickelt, dass ich mich für 10 Sekunden zu ihr lege. Das heißt, sie darf bis 10 zählen. So lange bleibe ich bei ihr. Glücklicherweise ist danach dann meist auch Ruhe und sie entschwindet ins Traumland.

Ich entschuldige mich von unserem gemeinsamen Mittagessen um die Küche schon wieder in Ordnung zu bringen.
J: "Ich wünschte ich könnte immer ein Kind bleiben."
F: "Wieso denn das?"
J: "Dann muss ich nicht so viel sauber machen!"
- anscheinend steht ihr das Sauberkeitsthema sehr nahe, haha.

Ritual Nummer 3.
Wenn wir nicht so viel Zeit haben, dann steht anstatt eines ausgiebigen Bades eine kurze Dusche auf dem Plan. Die sieht folgendermaßen aus. Das Wasser wird aufgedreht und ich zähle bis 20. Dann wird der Vorhang ein wenig geöffnet und ich shampooniere ihre Haare. Danach geht es zurück unter die Dusche und ich zähle erneut bis 20. Dann schaue ich nach und helfe ihr, auch das letzte bisschen aus ihren Haaren zu spülen. Dann darf sie, je nach Zeitdruck noch ein wenig 'spielen'. Während allem muss sie singen, damit ich weiß, dass es ihr noch gut geht, sie nicht ausgerutscht ist oder ähnliches. Und weil es so schön ist, trällert sie jedes Mal 'Twinkle, twinkle little Star'. (Genauso, bis auf den Gesang, sehen auch unsere Duschen nach dem Schwimmen aus.)

J: "Kannst du mich mit nach Deutschland nehmen?"

Kommen wir zu ein paar Gegebenheiten.

Gegebenheit Nummer 1.
Als J und ich Anfang Januar eine Woche in Texas waren, trug sich folgendes zu.
Wir gingen aus zum Frühstück. Und während wir magenknurrend auf unser Essen warteten, schauten wir uns um. Am Tisch neben mir, fiehl mir auf, saßen ein Mann und eine Frau. Ihr Frühstück stand schon vor ihnen, jedoch hatten beide ihre Handys am Ohr und unterhielten sich lautstark.
Das einzige, was ich bis heute nicht weiß - haben sie miteinander telefoniert während sie sich gegenüber saßen oder haben sie mit jeweils anderen Personen gesprochen?
Und wenn ich so darüber nachdenke, weiß ich nicht, welche Theorie ich trauriger finde...

J: "Kannst du für 100 Monate bleiben?"

Gegebenheit Nummer 2.
Auf meinem Weg nach Hause, entdeckte ich auf dem Streifen (diese sind hier relativ breit) zwischen den beiden Highways einen Mann stehen, der einen Schneemann baute.

J: "Weißt du, was du verdienst, Franziska?"
Dann rennt sie auf mich zu, umarmt und küsst mich fest.

Gegebenheit Nummer 3.
Walmart ist bei den meisten Menschen schon bekannt für das gewöhnungsbedürftige Klientel. Nun kann auch ich, neben vielerlei merkwürdiger Kreaturen, eine Story erzählen.
Wir schlenderten durch den Wassergang, als wir eine Mutter mit ihrer Tochter sahen. Die Tochter war gerade dabei, die Wasserpalette unter den Wagen zu legen, als die Mutter uns ansprach und sagte: "Wenn es hier stinkt, dann wundert euch nicht. Meine Tochter hat so eben gepupst und ich sage euch, ihre Abgase stinken immer bis zum Himmel."
Aha, vielen Dank, für diese Auskunft! So weit, zu der schrägsten Walmart-Begegnung bis jetzt!

J ist total konzentriert am Karten spielen als auf einmal: "Franziska? I love you so much."

Kurz am Rande
Bis jetzt ist hier noch kein richtiger Alltag eingekehrt. Seit das neue Jahr angefangen hat, hat sich auch mein Alltag umgekrempelt.
Wie schon erwähnt, waren J und ich Anfang Januar ein wenig unterwegs. Nach Texas hat es uns verschlagen. Dort hatten wir eine tolle Woche, zusammen mit der Oma.
Nachdem wir dann wieder zurück im winterlichen Pennsylvania ankamen, rief auch schon das nächste Abenteuer. Ich machte mich ein paar Wochen später alleine auf den Weg nach New York. Wieso? Weil ich dort eines meiner besten Geburtstagsgeschenke überhaupt abholte. Meinen Freund!
Dort blieben wir ein paar Tage und machten den Big Apple unsicher. Mit allem was dazu gehört. Die Krönung war allerdings ein Helicopterflug über NYC, den ich von meinem mlp zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Ein absoluter Wahnsinn!
Nach ein paar Tagen Jubel, Trubel, Heiterkeit in der Stadt, die niemals schläft, fuhren wir zurück ins beschauliche Carlisle und verbrachten hier noch zwei wunderschöne Wochen.
Nun ist es nicht mehr lange, bis der nächste Besuch auf der Matte steht. Meine Familie kommt!!!
Ansonsten scheint nun jeder Monat bis zu meinem Abflug (dieser steht nun übringens fast ganz fest) mit einem Highlight bestückt. Also lasst euch überraschen!

"Ich brauche jemanden, wie Franziska, der mit mir schläft!" - J auf die Frage, wieso sie nicht lange geschlafen hat. 
 
Unteranderem merkt ihr vielleicht auch, J und ich sind ein Herz und eine Seele geworden. Schon jetzt sagt sie desöfteren, dass sie nicht möchte das ich gehe. Da zieht sich mein Herz jedes Mal ein Stück zusammen. Meine Mama sagt, dass der Abschied bestimmt super schwer fallen wird, zumal wir noch sechs weitere Monate mit tollen Dingen erleben werden. Mal schauen.
Ich bekomme von J so viel Liebe, das es über die ein oder andere schwere Zeit hinweg hilft.
Zum Beispiel verbrachte ich das Wochenende bei Alica und J war mit ihren Eltern in der Hershey Schokoladen World. Als ich gestern nach Hause kam, sprang mich mein Buddy an und drückte mir eine Packing KitKat in die Hand. "Schau mal, was ich für dich habe!"
Meine Gastmutter erklärte mir später, dass diese Packung das einzige war, was J bei Hershey kaufen wollte, denn sie weiß, wie gern ich KitKat mag! Solche Gesten bringen mein Herz zum Schmelzen!

So. Nun genieße ich noch ein paar Minuten die Ruhe, bis Mäuschen sicher gleich die Treppe hinaufgelaufen kommt und mich fragt, ob sie wach sein darf (nach ihrem Mittagsschlaf!).
Ich möchte mich nocheinmal für die Abwesenheit entschuldigen. Ebenso möchte ich auch nochmal ein dickes fettes DANKE an jeden sagen, der sich bei meiner Mama über mein ausfallendes Berichten beschwert!
Es tut so gut zu wissen, dass die Texte auch tatsächlich auf Gefallen treffen!

Ich grüße euch ganz herzlich!
Kuss und Schluss
Franziska <3

Y und mlp!
Der Ausblick aus dem Hibschraubschraub!