Dienstag, 17. November 2015

loewen diary 2.0 - NACHTRAG

Dieser Post schlummert schon lange, viel zu lange in dem Archiv der nicht veröffentlichen Beiträgen!
Die Tage soll dann auch ENDLICH mein Rückblick bzw. Fazit bzw. mein Zurückmelden online kommen!


Ich würde gerne meine letzte ganze Woche in meiner Familie noch einmal ganz genau festhalten, weswegen ich zurück auf einen Tagebuch-orientierten Blogpost zurück greife. Viel Spaß!



Montag, 03. August
Das ganze Jahr habe ich es geschafft mich nicht von J anstecken zu lassen, das ganze Jahr. Wie oft, hat die kleine Petrischale, wie meine HM sie liebevoll nennt, jeglich Viren und Grippen mit nach Hause geschleppt und wie gesegnet war ich, dass diese an mir abprallten. Obwohl ich diejenige war/bin, die am meisten Zeit mit ihr verbringt, fielen eher ihre Eltern den Keimen zum Opfer.
Oft waren meine Gasteltern krank in diesem Jahr, das haben auch sie festgestellt.
Und doch! So kurz auf den letzten Metern ist es passiert - J hat mich mit einer Erkältung angesteckt!
Okay, es ist ja nur eine Erkältung, hab dich mal nicht so, werden sich nun vielleicht einige denken, aber nein. Diese Erkältung hat sich mit einer alten Bekannten, der lieben Mandelentzündung, zusammen getan und gemeinsam haben beide mich schon vergangenes Wochenende nicht aus dem Bett aufstehen lassen.
Ich habe meinen Montagmorgen nun damit verbracht, einen Arzt aufzusuchen und mich einmal so richtig abchecken zu lassen. Insgeheim hatte ich auf ein verschreibungspflichtiges Hilfsmittel gehofft, wurde jedoch enttäuscht. Ich solle das so auskurieren können. Nun gut. Jetzt heißt es abwarten und Tee trinken, oder in meinem Fall Apfelsaft, hihi.
Nebst dem kleinen 'Highlight' heute morgen, war der Tag eher unspektakulär. Nach Js Camp, ging es zu Panera Bread Mittag essen. Danach standen Gymnastics und einkaufen auf dem Plan. Eben ging es noch zum Eislaufen und nun liege ich völlig erschöpft in meinem Bett. Meine To-Do Liste wird von Tag zu Tag länger, da ich die Punkte, die für das Wochenende hervorgesehen waren einfach nicht abhaken konnte!
Ich hatte mir vorgenommen dieses Wochenende mit dem Packen anzufangen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr kommt mir das als Schnapsidee vor. Ich sollte wirklich morgen schon mit dem ersten Schnick Schnack anfangen!

Ach herrje! Der Abschied ist so nah und doch kommt es mir vor, als hätte ich noch ein ganzes Jahr. Ich stehe hinter einer Glasscheibe, sehe alle Ereignisse bewusst auf mich zu fliegen. Nur die Gefühle und das Verarbeiten prallt an der durchsichtigen Platte ab. Ich frage mich, wie lange es wohl brauchen wird, bis sich diese Glaswand in Luft auflöst und ich erkenne, mein Abenteuer ist vorbei...
Mit diesem Gedanken entschwinde ich in die Nacht! Kuss



Dienstag, 4. August
Ich fühle mich endlich ein wenig lebeniger!
Ansonsten hat der Tag nicht viel mit sich gebracht. J hatte heute Nachmittag ein Playdate mit einer alten Freundin. Diese kennen wir noch aus Carlisle, PA. Ihr Papa ist dort mit meinem HD in eine Klasse gegangen und hat nun zufälligerweise auch hier in Washington DC einen Job gefunden, sodass beide Familien wieder am gleichen Platz vorzufinden sind.
Und so trug es sich zu, dass die beiden Mädchen oben in Js Zimmer spielten und ich ab und an mal nach ihnen schaute. Als ich eine Bemerkung darüber machte, dass ich nun wieder in mein Zimmer gehen würde, um meine Sachen zu packen, wurde Js Freundin sehr hellhörig! "Wie? Wofür packst du denn?" Nachdem ich ihr erklärte, dass ich wieder zurück nach Deutschland gehen würde, war sie ganz perplex. "Aber wer bringt J denn dann zum Eislaufen? Und warum gehst du zurück? Kannst du nicht hier bleiben?" Jedes Mal, wenn ich erneut hoch kam um nach den Mädels zu schauen, waren ihr neue Fragen eingefallen. Schließlich sagte sie: "Ich finde es sehr traurig, dass du gehst. Das möchte ich nicht."
Da ist mir fast das Herz zersplittert. J scheint sich vor unserem nahenden Abschied verschlossen zu haben. Für sie scheint das Ganze genauso unwirklich zu sein, wie für mich. Wir reden kaum darüber und wenn wir darüber reden, dann nur kurz. Ich denke, sie kann die Zeit noch nicht genau abschätzen. Für sie klingt das noch, als wäre ich noch einige Zeit an ihrer Seite. Ganz komisch, zu wissen, dass unsere Beziehung von einem auf den anderen Tag enden wird. Noch komischer ist es, dass wir es beide kommen sehen aber nicht wahrnehmen können! Glasscheibe hallo!
Ich frage mich, wie lange J wohl braucht, bis sie realisiert, dass ich weg bin...
Viel zu verarbeiten haben wir beide. Deswegen verabschiede ich mich hiermit für heute. Gute Nacht!