Donnerstag, 8. Dezember 2016

Der Junge


- mal was anderes! Schnappt euch eine Tasse Tee und einen Teller eurer liebsten Kekse und lasst euch für ein paar Minuten in eine kleine Geschichte entführen-
(was ich noch sagen möchte ist, dass alles ausgedacht ist. Wie der Junge über Weihnachten denkt, gleicht keinesfalls meinen Gedanken über diese funkelnde Jahreszeit!)


Flüchtig sah er sich um. All das, was um ihn lag schien so kalt und brutal, dass es schon wehtat beim bloßen Betrachten. Und das obwohl er inmitten der schönsten und angeblich herzlichsten Zeit des Jahres stand.
Er sah die durch Eis verspiegelten Pfützen, die Eiszapfen an den Hausvorsprüngen und die roten Nasen der Menschen, die um ihn huschten.
Man konnte es jedem ansehen – sie waren in ihrer ganz eigenen Welt. Und dennoch glichen sich diese Welten bei den meisten fast sogar eins zu eins. Zerstreut und aufgelöst rannten sie umher, bekamen einen Hitzeschlag sobald sie in die viel zu warmen Kaufhäuser traten und erfroren für eine Sekunde, als diese Gebäude sie schließlich wieder ausspuckten.
Von Sekunde zu Sekunde erreichte sie ein neuer Gedankenblitz und wie von Sinnen flitzten sie wieder in genau die Richtung, aus der sie eben erst gekommen waren.
Gedankenverloren machte sich der Junge weiter. Wohin ihn seine Füße tragen wollten, wusste er nicht. Er bog in eine weitere Straße ab und tauchte in all die Menschenmengen. Wie in einem Fischschwarm, wurde er von den Leuten um ihn herum weiter getrieben. Vorbei an den gold geschmückten Schaufenstern und Kindern, die mit leuchtenden Augen davor standen. Die Lichter der Glühbirnen brannten schon beinahe in den Augen und der starke Geruch von gebrannten Mandeln und anderem schwerem Gebäck lag in der Luft.
Eine so klare Nacht hatten sie lange nicht mehr gehabt, dachte sich der Junge und zog den Mantel etwas enger zu.
Wie konnten alle Menschen gerade zu Weihnachtszeit so egoistisch sein, dass sie alles um sich herum vergaßen? Er wusste genau, dass ihm in diesem Punkt nur die wenigsten zustimmen würden. "In dieser Jahreszeit ist man doch am wenigsten egoistisch. Ständig ist man auf der Suche nach tollen Geschenken und nach Freuden für die Liebsten", genau das hatte er erst neulich zu hören bekommen, als mal wieder die Diskussion über seine geäußerte Meinung entfachte.
und trotz aller Einwände, sah er das anders. Wie sonst sollte man es bezeichnen, wenn alle Menschen auf einmal nur noch Augen für materielle Dinge haben und die Liebsten um sich herum total vergessen? Wie sonst sollte man es nennen, wenn alle Menschen sich versuchen einander zu übertrumpfen, indem sie das bessere und tollere und teurere Geschenk kaufen wollen?
Man konnte ihm erzählen, was man wollte, er hielt an dem Gedanken fest, dass trotz all der vermeintlichen Großherzigkeit ein Teil des Egoismus geschuldet war. 
Als er das nächste Mal in eine ruhigere Straße abbog, atmete er tief durch. Der Junge genoss die Stille. Nur einige leise Töne der Big Band, die auf dem großen Kirchenplatz die zu den Ohren heraushängenden Weihnachtslieder spielten, schwappten kaum vernehmlich zu ihm herüber.
Schritt für Schritt ging er tiefer in die dunkle Gasse. Er wusste nicht wieso, aber die Dunkelheit hatte etwas Tröstliches. Wie ein schwarzer Mantel legte sie sich um ihn und wärmte ihn auf eine Art, die niemand verstehen konnte.




Er hing tief in seinen Gedanken, sodass er gar nicht bemerkte, wie es angefangen hatte zu schneien. Frau Holle ließ mal wieder die Puppen tanzen und schüttelte ihre Kissen!
Die einzelnen Schneekristalle tanzten ihren Weg vom Himmel auf die hektische Nacht hinab und eine nach der anderen setzte sich auf seine Nase oder seine dunkelgrüne Pudelmütze.
Schnee mochte er schon immer, dachte er, als er schließlich bemerkte, was um ihn herum geschah. Denn für ihn waren Schneeflocken Kunst. Keine einzige glich der anderen, jede war einzigartig, zu vergleichen mit den Fingerabdrücken eines jeden Menschen.




Plötzlich, er hing immer noch seinen Gedanken über den Schnee nach (sich in seinen eignen Gedanken verirren, ja auch das konnte er sehr gut), als er ein erleuchtetes Schaufenster vernahm. Komisch, in dieser vereinsamten Gegend ein Geschäft aufzumachen, dachte er. Trotzdem weckte es in ihm die Neugier und er trat näher an die Auslage. Was er sah, ließ seine Augen glänzen.
Alte, in schwerem Leder eingebundene Bücher lagen auf einer roten Samtdecke ausgebreitet auf einem Regal. Um sie herum war schwungvoll eine Lichterkette mit einem warmen Licht gebunden. Am meisten stieß ihm ein besonders prunkvolles Exemplar ins Auge. Es war sehr dick und hatte einen weinroten Einband. Auf der Titelseite war ein goldenes Ornament mit vielen Verschnörkelungen abgebildet. An der Seite hatte es zudem noch ein goldenes Schloss.
Er konnte nicht anders und betrat das Geschäft. Eine leise Glocke über seinem Kopf ertönte, als er die Tür öffnete. Sofort umgab ihn der Geruch alter Bücher, schwerem Papier und Keksen.




Da er niemanden anderes im Laden entdecken konnte, strich er ein wenig umher und sah sich die weiteren Stücke, die man vom Schaufenster aus noch nicht sehen konnte, an.
Eins war prunkvoller und besonderer als das andere. Doch trotzdem konnte er nicht anders, als sich wieder dem Buch zu zuwenden, welches ihn erst in den Laden gelockt hatte.'
Er nahm es in die Hand und erschrak ein wenig, als er das Gewicht in den Händen spürte. Das Leder war weicher als gedacht und durch die Heizungsluft schön warm.
Erneut schaute er sich im Geschäft um und entdeckte einen dunkelblauen Sessel. Wie von selbst, trugen seine Füße ihn zu dem Stuhl. Das Polster gab nach, als er sich langsam setzte. Behutsam öffnete er schließlich das Buch und versank in eine ganz andere Welt.


Kuss und Schluss
Franziska <3


PS: Ich weiß nicht, wieso die Absätze unterschiedlich groß sind. Diese Technik macht mich kirre!

Freitag, 25. November 2016

how to start again?

Durchgelesen habe ich mir meinen Blog bis heute nicht. Ich weiß nicht wieso. Ganz in Deutschland werde ich nicht mehr ankommen können. Ein Teil meines Herzens liegt zerstreut in den USA und ich weiß genau, je mehr ich versuche es wieder zusammen zu sammeln, desto mehr werde ich davon verlieren. Aber trotz dessen ist und bleibt Deutschland meine Heimat, mein Rückzugsort und ich bin froh, in einem solchen Land leben zu dürfen.
Ich kann auch nicht sagen „Fangen wir mal von vorne an“, denn wo ist vorne und wo ist hinten, wenn man seine Gedanken so lange nicht mehr aufs (virtuelle) Papier gebracht hat.



Und nun sitze ich hier an meinem Schreibtisch, wir haben Ende November/Anfang Dezember und mir kommt es vor, als hätte ich das Jahr nicht erlebt. Irgendwie habe ich relativ viel und doch gar nichts gemacht. Und während ich hier so über das Jahr und seine „Stationen“ nachdenke, ärgere ich mich, dass ich nicht schon eher zurück zum Schreiben und zu dem Blog gefunden habe. (Insgeheim habe ich die Illusion, dass es dem einen oder anderen zurückgekehrtem AuPair vielleicht geholfen hätte, zu sehen, wie ein anderes Mädchen sich wieder versucht einzuleben und wieder Fuß zu fassen. Träume sind schon was feines, oder nicht?)


Versuchen wir es mal und starten im Januar 2016.
Dass ich einen Praktikumsplatz gefunden hatte, hatte ich erzählt? Ich meine mich dunkel daran erinnern zu können. Falls nicht, dann wisst ihr es jetzt eben so.
Aus den USA heraus hatte ich mich damals schon beworben. Der Interview-Termin war ein paar Tage nach meiner Rückkehr und ich weiß noch wie heute, wie ich in dem Raum saß und es mir tatsächlich schwer fiel deutsch zu reden und sinnvolle sowie grammatikalisch korrekte Sätze zu bilden. (Selbst nach über einem Jahr nach meiner Rückkehr fällt es mir hier und da noch schwer deutsch zu sprechen.)
Trotz sprachlicher Barrieren bekam ich also den Platz und durfte mich von November 2015 bis Februar 2016 Praktikantin eines Radiorundfunkes nennen.
Noch während des Praktikums, aber auch vor allem danach, war ich in Sachen 'Ausbildungsplatz-finden' relativ viel unterwegs. Eine Bewerbung nach der anderen stieß wohl auf Zustimmung und so hatte ich am Anfang des Jahres viele Termine, mich bei Bewerbungstests und dann bei eventuell späteren Interviews zu beweisen.
Im März hatte die Suche dann ein Ende, als ich meinen Ausbildungsvertrag unterschrieb. Ich weiß, ich kann diesbezüglich sehr glücklich sein, denn es gibt nicht wenige Betriebe oder gar Suchende, die erst in letzter Minute etwas finden.
Dann folgte eine lange Pause. Ich hatte viel Zeit mich zu erholen und genoss meine freie Zeit in vollen Zügen.
Relativ schnell wurde mir aber auch das zu langweilig und ich sah mich nach Beschäftigungsalternativen um. Leider konnte ich keinen weiteren Praktikumsplatz ergattern (ich habe gelernt, dass es generell schwer ist, einen Praktikumsplatz ohne Studium zu bekommen), also fiel die Wahl auf einen „einfachen“ Nebenjob.
Drei Monate gehörte ich zum Team eines Bekleidungsunternehmen und weil auch das mir noch nicht reichte, arbeitete ich den Sommer über in einer kleinen gelben Erdbeer-Hütte und verkaufte Erdbeeren und andere Goods vom Obsthof (jeder der mich kennt, wird den Widerspruch entdecken, für die, dich mich nicht persönlich kennen, sage ich es gern ganz unverblümt – ich bin eine Naschkatze aber mit Gemüse und Obst (obwohl selbst ja das süß ist) kann ich nichts anfangen).
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich einige Bedenken hatte – welcher Obsthof stellt schon jemanden ein, der nicht selbst die Produkte, die er dann in den Ständchen verkauft getestet und weiterempfehlen kann?!
Aber ich schien mich geirrt zu haben und muss im Nachhinein gestehen, vielleicht haben sie mich auch gerade deswegen genommen, da sie wussten, dass ich so keine Erdbeeren/Kirschen oder sonstiges nasche, während ich in meinem Häuschen sitze und auf Kundschaft warte. (Oder sie haben sich über all das gar keine Gedanken gemacht, sondern mich genommen, weil ich sympathisch und für den Job geeignet schien, haha.)
Über die verschiedenen Charaktere, denen ich in dieser Zeit begegnete könnte ich ganz eigene Geschichten erzählen und mir ist mal wieder bewusst geworden, wie unterschiedlich wir Menschen sind und dass jeder seine eigene Geschichte zu erzählen hat, einen ganz anderen Pfad in seinem Leben erklommen hat.
Im Sommer war es dann soweit! Durch die beiden Jobs hatte ich etwas Geld verdienen können und beschloss mich mal wieder meiner (richtigen) Familie anzuschließen und ihnen in das sonnige Florida hinterher zu fliegen. Dass ich (und mein MLP) mitflogen, war eher eine spontane Sache, daher schafften wir es leider nicht, uns mit meiner Gastfamilie zu verabreden, sondern konnten „nur“ mal wieder in der gleichen Zeitzone skypen.
Trotz dessen war es ein wundervoller Sommerurlaub mit jeder Menge fantastischer Erlebnisse und ein wunderbarer Abschied von meinem vorherigen Lotterleben.
Am 01.08. war es schließlich an der Zeit, meine Zukunft an den Hörnern zu fassen und der Ernst des Lebens begann – meine Ausbildung.
Und nun ist es fast soweit – das Jahr 2016 neigt sich dem Ende.
Wie schon am Anfang erwähnt, kam mir das Jahr unglaublich lang und doch überhaupt nicht existent vor. Wie schon in meinem vorvorletzten Post (glaube ich) erwähnt, sehe ich mich mal wieder durch eine Glasscheibe. Ich erinnere mich an Dinge, die dieses Jahr geschehen sind, die ich aber nur abspulen kann, wie ein fünf Jahre alter Film.
(Zu) viel Trubel und viele Erlebnisse sind auf mich eingeprasselt. Ich denke, irgendwann hat mein Gehirn abgeschaltet und konnte nicht mehr anders, als die Erlebnisse schon viel tiefer in die Schubladen meiner Gedankenschränke versacken zu lassen.
Ein paar letzte Worte noch zu meiner Ausbildung. Auch hier kann ich nicht glauben, dass die ersten 4 Monate schon vorbei sind. Verglichen mit meinem Praktikum am Anfang des Jahres, waren diese 4 Monate ein einfacher Atemzug. So schnell an mir vorbei, dass ich gar nicht merke, wie ich ihn erlebe.
Ich werde bestimmt genau das Gleiche sagen, wenn ich mit meiner Ausbildung fertig bin – planmäßig im Sommer 2019.
Bis dahin, dreht die Zeit sich hoffentlich wieder etwas langsamer und ich kann die Momente wieder länger genießen.
Nun wünsche ich jedem, meiner noch verbliebenen Leser (gibt es da überhaupt noch welche? Ich würde es ihm nicht verübeln, wenn sogar der letzte verbliebene Leser inzwischen abgeschaltet hat) ein wundervolles Wochenende, mit einer Menge Glühwein oder anderen Leckereien vom Weihnachtsmarkt. Oder einfach mit guten Freunden, denn wenn ich eins gelernt habe, dann, dass egal, wie schnell die Zeit verfliegt und immer näher an die Zukunft drängt, Freunde die beste Zeitmaschinen sind und können deine Welt für einen kurzen Moment anhalten können!

Dicken Kuss auf die Nuss!
Franziska

PS: Wem ist mein neues Blog-Design aufgefallen? Ich habe alles mal ein wenig überarbeitet und versucht etwas Struktur reinzubringen, allerdings muss ich gestehen, bin ich mit dem momentanen Ergebnis noch nicht zu hundert Prozent zufrieden. Aber gut. Das ist Friemelarbeit, um die ich mich noch zu einem anderen Zeitpunkt in Ruhe kümmern werde :-)

Freitag, 8. Januar 2016

hi

Wie fange ich am Besten an?

Der Abschied war kurz und emotionaler als gedacht. Auf dem Weg zur Arbeit lieferten meine Gasteltern und ich erst J bei Freunden ab. Noch im Schlafanzug und völlig verschlafen verschwand sie im Haus ihres Spielpartners. Einmal umgedreht hat sie sich nicht mehr. Ob ihr bewusst war, dass das vorerst das letzte Mal ist, dass wir uns hätten in den Armen halten können? Ich glaube nicht.
Nach diesem wohl eher schmerzlosem Abschied ging es weiter zum Flughafen. Meine Gasteltern schienen erleichtert darüber, dass J sich des Abschieds nicht bewusst war, ich fand es schade..

Am Flughafen, stoppte mein Gastvater seinen Wagen in der Park+Ride Area und meine Gastmutter und ich sprangen raus. Sie half mir, mein Gepäck in den Terminal zu schleppen und einzuchecken. Mein Übergepäck wurde ein Glück nicht bemerkt.
Danach begleitete ich sie wieder nach draußen. Nun stand der Abschied bevor. In Eile umarmte sie mich (mein Gastvater bekam schon Ärger, da er viel zu lange in der Ablieferungsschleife stand) und aufeinmal liefen ihr die Tränen herunter. Ich muss ehrlich gestehen, ich war über diese Reaktion etwas verwundert! Sie wünschte mir alles Gute und sagte, dass sie mich vermissen werden. Auch mein Gastvater gab mir seine besten Wünsche mit auf den Weg. Konnte ich auch in seinen Augen etwas glitzern sehen?
Meine HM sprang genauso schnell, wie wir ausgestiegen waren wieder in den Truck und sie fuhren davon. Für einen kurzen Moment machte sich ein komisches Gefühl breit. Auch ich musste einen Klößchen herunterschlucken.
Nachdem sie aus meinem Sichtfeld verschwunden waren, ging ich zurück in den Flughafen und machte mich auf den Weg nach Florida - zu meiner richtigen und einzig wahren Familie!!!

(Weilst ich diese Worte schreibe, bekomme ich schon wieder einen kleinen Klumpen im Hals, hehe)

Am Flughafen von Ft. Myers wurde ich so herzlich und warm begrüßt, wie es nur die eigene Familie schafft! Mit "Welcome Home" Bannern und Flaggen standen sie da und bildeten somit mein ganz eigenes Empfangskomitee!

Gemeinsam verbrachten wir eine wunderschöne Woche, die ich sicherlich niemals vergessen werde :-)

Nach 7 Tagen mussten wir uns vorerst erneut trennen. Mein Visum lief aus und somit musste ich am 21. August 2015 das Land der unbegrenzten Möglichkeiten verlassen.

Ein nervenaufreibender und langer Flug nach Deutschland stand bevor. Meine Gefühle hätten nicht gemischter sein können. Ich war inmitten eines Strudels aus tausend und einem Gefühl und wusste nicht recht, ob ich weinen oder mich freuen sollte.

Die sich immer weiter wirbelnden Gefühle wurden, sobald ich deutschen Boden erreichte, von neuen übermannt.
Als ich in Hannover ankam und ein weiteres Empfangskomitee für mich vor den Glasscheiben stand, brach alles aus mir heraus!

Ich weiß noch wie heute, dass all meine liebsten Menschen gekommen waren (ob persönlich oder durch ein Foto!), ich extra in meinem Auto - meinem Gustav - abgeholt wurde, mit einer großen Kühlbox voll mit Fanta im Kofferraum! Als wir auf dem Heimweg an einem Bäcker vorbeifuhren verlangte ich zu stoppen. Wir stiegen aus und wie eine Irre rannte ich in den Laden und bestellte ein Käsesplitter und eine Laugenecke! Genau das hatte ich so vermisst, genau darauf musste ich so ewig warten!

Mama hatte vor ihrer Abreise in den Urlaub, zu Hause ganze Arbeit geleistet und alles war schön geschmückt!
Ich war so glücklich und überwältigt von allem, dass ich mich auf mein Bett warf und erstmal schlief. Haha, kein Scherz! Ich habe erstmal einen schönen Mittagsschlaf gehalten.

Die ersten Tage nach meiner Rückkehr verlebte ich wie im Rausch! Nicht ganz bei Sinnen fing ich verrückt an, mein Zimmer auszumisten. Nichts war vor mir sicher! (Und ich war so froh, dass Mama und Papa noch in Florida waren! Zeitweise war das ganze Haus vollgemüllt mit meinem Müll!)

Auch ein ganz besonderer Tag bleibt mir wahrscheinlich immer im Gedächntis!
Nachdem meine Abschiedsparty schon eher eine von mir geplante Überraschungsparty war und ich jedoch immer mal eine haben wollte, hatte mein MLP es doch tatsächlich geschafft und mich überrascht! Endlich durfte ich all meine Liebsten wieder richtig in den Arm nehmen! Das war so ein schöner Tag!!!!!!!! Ich sehe es noch direkt vor mir, wie wir im Restaurant saßen und mich alle mit so großen Augen anstarrten und ich zurückstarrte. Wir konnten es alle nicht fassen. Nach dem großen "Überraschung"s-Ruf folgte erstmal Stille!

Eine Woche später schmiss ich eine Party, wo ich mich auch bei meinen anderen Freunden zurückmelden konnte, die an meiner Überraschung leider nicht teilnehmen konnten. Ich muss schon sagen, ich habe unheimlich tolle Freunde! (Einen ganz dicken Kuss an jeden einzelnen von euch!!!)
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Ich brauchte lange, um mich wieder einzuleben.
Den ganzen September habe ich viele Bewerbungen geschrieben. Für November hatte ich schon eine Zusage für ein dreimonatiges Praktikum in der Tasche.

Über meine genauere Gefühlslage würde ich gerne einen seperaten Post schreiben. Ich glaube, dass ich dazu recht viel zu sagen habe.

Ich würde diesen Blog gerne weiterführen mit den verschiedesten Gedanken und Themen. Auch wenn sich nicht alle mehr um das Thema "Au-Pair" drehen werden. Wer mag, kann trotzdem gern dabei bleiben :-)

Wie schon gesagt bin ich momentan Praktikantin und ich bin gespannt, wie sich mein Leben weitergestalten wird. Es wird eine verrückte Reise!

Das war es erstmal von mir! Ich bedanke mich für eure Geduld und wünsche euch nun ein fablehaftes Wochenende!

Kuss und Schluss
Franziska <3

Dienstag, 17. November 2015

loewen diary 2.0 - NACHTRAG

Dieser Post schlummert schon lange, viel zu lange in dem Archiv der nicht veröffentlichen Beiträgen!
Die Tage soll dann auch ENDLICH mein Rückblick bzw. Fazit bzw. mein Zurückmelden online kommen!


Ich würde gerne meine letzte ganze Woche in meiner Familie noch einmal ganz genau festhalten, weswegen ich zurück auf einen Tagebuch-orientierten Blogpost zurück greife. Viel Spaß!



Montag, 03. August
Das ganze Jahr habe ich es geschafft mich nicht von J anstecken zu lassen, das ganze Jahr. Wie oft, hat die kleine Petrischale, wie meine HM sie liebevoll nennt, jeglich Viren und Grippen mit nach Hause geschleppt und wie gesegnet war ich, dass diese an mir abprallten. Obwohl ich diejenige war/bin, die am meisten Zeit mit ihr verbringt, fielen eher ihre Eltern den Keimen zum Opfer.
Oft waren meine Gasteltern krank in diesem Jahr, das haben auch sie festgestellt.
Und doch! So kurz auf den letzten Metern ist es passiert - J hat mich mit einer Erkältung angesteckt!
Okay, es ist ja nur eine Erkältung, hab dich mal nicht so, werden sich nun vielleicht einige denken, aber nein. Diese Erkältung hat sich mit einer alten Bekannten, der lieben Mandelentzündung, zusammen getan und gemeinsam haben beide mich schon vergangenes Wochenende nicht aus dem Bett aufstehen lassen.
Ich habe meinen Montagmorgen nun damit verbracht, einen Arzt aufzusuchen und mich einmal so richtig abchecken zu lassen. Insgeheim hatte ich auf ein verschreibungspflichtiges Hilfsmittel gehofft, wurde jedoch enttäuscht. Ich solle das so auskurieren können. Nun gut. Jetzt heißt es abwarten und Tee trinken, oder in meinem Fall Apfelsaft, hihi.
Nebst dem kleinen 'Highlight' heute morgen, war der Tag eher unspektakulär. Nach Js Camp, ging es zu Panera Bread Mittag essen. Danach standen Gymnastics und einkaufen auf dem Plan. Eben ging es noch zum Eislaufen und nun liege ich völlig erschöpft in meinem Bett. Meine To-Do Liste wird von Tag zu Tag länger, da ich die Punkte, die für das Wochenende hervorgesehen waren einfach nicht abhaken konnte!
Ich hatte mir vorgenommen dieses Wochenende mit dem Packen anzufangen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr kommt mir das als Schnapsidee vor. Ich sollte wirklich morgen schon mit dem ersten Schnick Schnack anfangen!

Ach herrje! Der Abschied ist so nah und doch kommt es mir vor, als hätte ich noch ein ganzes Jahr. Ich stehe hinter einer Glasscheibe, sehe alle Ereignisse bewusst auf mich zu fliegen. Nur die Gefühle und das Verarbeiten prallt an der durchsichtigen Platte ab. Ich frage mich, wie lange es wohl brauchen wird, bis sich diese Glaswand in Luft auflöst und ich erkenne, mein Abenteuer ist vorbei...
Mit diesem Gedanken entschwinde ich in die Nacht! Kuss



Dienstag, 4. August
Ich fühle mich endlich ein wenig lebeniger!
Ansonsten hat der Tag nicht viel mit sich gebracht. J hatte heute Nachmittag ein Playdate mit einer alten Freundin. Diese kennen wir noch aus Carlisle, PA. Ihr Papa ist dort mit meinem HD in eine Klasse gegangen und hat nun zufälligerweise auch hier in Washington DC einen Job gefunden, sodass beide Familien wieder am gleichen Platz vorzufinden sind.
Und so trug es sich zu, dass die beiden Mädchen oben in Js Zimmer spielten und ich ab und an mal nach ihnen schaute. Als ich eine Bemerkung darüber machte, dass ich nun wieder in mein Zimmer gehen würde, um meine Sachen zu packen, wurde Js Freundin sehr hellhörig! "Wie? Wofür packst du denn?" Nachdem ich ihr erklärte, dass ich wieder zurück nach Deutschland gehen würde, war sie ganz perplex. "Aber wer bringt J denn dann zum Eislaufen? Und warum gehst du zurück? Kannst du nicht hier bleiben?" Jedes Mal, wenn ich erneut hoch kam um nach den Mädels zu schauen, waren ihr neue Fragen eingefallen. Schließlich sagte sie: "Ich finde es sehr traurig, dass du gehst. Das möchte ich nicht."
Da ist mir fast das Herz zersplittert. J scheint sich vor unserem nahenden Abschied verschlossen zu haben. Für sie scheint das Ganze genauso unwirklich zu sein, wie für mich. Wir reden kaum darüber und wenn wir darüber reden, dann nur kurz. Ich denke, sie kann die Zeit noch nicht genau abschätzen. Für sie klingt das noch, als wäre ich noch einige Zeit an ihrer Seite. Ganz komisch, zu wissen, dass unsere Beziehung von einem auf den anderen Tag enden wird. Noch komischer ist es, dass wir es beide kommen sehen aber nicht wahrnehmen können! Glasscheibe hallo!
Ich frage mich, wie lange J wohl braucht, bis sie realisiert, dass ich weg bin...
Viel zu verarbeiten haben wir beide. Deswegen verabschiede ich mich hiermit für heute. Gute Nacht!



 

Donnerstag, 30. Juli 2015

NEU NEU NEU

Vielleicht hat der ein oder andere schon die Änderung des kleinen aber feinen Details meines Blogs entdeckt. Für all diejenigen, denen dies jedoch noch verborgen geblieben ist, erwähne ich es eben offiziell!

WIR SIND NACH ARLINGTON, VIRGINIA GEZOGEN!

Dass es uns in eine andere Stadt getrieben hat, habe ich ja bereits in meinem ersten Travelbericht über die Westküste anklingen lassen. Nun sollte auch jeder wissen, wohin es uns dieses Mal verschlagen hat.

Arlington, VA ist eine gar nicht mal so kleine Stadt am Rande Washington DCs.
In den paar Wochen, die wir nun schon hier wohnen habe ich schnell erkennen müssen, dass sie keineswegs dem kleinen beschaulichen Carlisle PA gleicht.

Schwerer Verkehr, verrückte Autofahrer. Für jede Strecke braucht man hier einen fahrbaren Untersatz. Trotzdessen liegt alles in einem Radius von ungefähr 10 Minuten. An öffentlichen Verkehrsmitteln mangelt es hier nicht, in fact haben wir sogar direkt eine Bushaltestelle vor unserer Haustür.

Auch das AuPair Netzwerk ist hier ein total anderes. Beziehungsweise, hier gibt es eines!!
Die letzten Tage, habe ich also fleißig daran gearbeitet, aus dem Rest meiner Zeit, das Beste zu machen! Hat auch ganz gut funktioniert, denn ich habe ein paar ganz liebe gleichgesinnte Mädchen gefunden.

Und wie ich hier so die andere Seite von dem Aupair Leben erfahre, werde ich ein wenig traurig, dass ich so viel meiner freien Zeit in Pennsylvania in meinem Zimmer saß. Einfach, weil niemand dicht herbei war, mit dem man schnell nach der Arbeit noch ein Stück Kuchen ist und sich auf das 'Privatleben' konzentrieren kann.
Aber nun gut, vergangenes kann man nicht ändern, man kann nur daraus lernen :-)

So mit entlasse ich euch erstmal in das Ende der Woche und wünsche jetzt schon ein wundervolles Wochenende!

Kuss und Schluss
Franziska <3


Dienstag, 21. Juli 2015

Travelreport - fun in the sun 2.0

Dienstag, 23.06.
Pausentag. Die Limoparty noch in den Knochen steckend, schlafen wir alle etwas länger, als gewöhnlich. Zeitgleich zum ersten Wachwerden, fängt mein Magen an zu knurren. Schnell wird sich der Bikini an und etwas weiteres darüber gezogen. Etwas später treffen wir uns alle in dem Hotelrestaurant zum Frühstück wieder. Dieses war die reinste Katastrophe! Nachdem ich mit eiskaltem Wasser einen unfreiwillige Dusche bekam, mussten wir insgesamt länger als 30 Minuten auf unser Essen warten, während eine andere Person aus unserer Gruppe schon ihr Essen serviert bekommen hatte und somit alleine speisen musste.  
Ein Glück hatten wir schließlich alle etwas im Magen und machten uns auf den Weg zum Pool um uns dort von den vorherigen Campingnächten etwas zu erholen.
Gegen frühen Nachmittag entschieden wir uns jedoch, noch einmal den Strip entlang zu wandern und uns an einem der vielen Ticketständen ein paar Karten für ein Buffet (für welche Las Vegas unter anderem sehr berühmt sind) zu kaufen. Was für ein Tag - faulenzen und essen. Ganz nach meinem Geschmack! Und so verging auch der Pausentag ruhig und entspannt zu Ende.

Mittwoch, 24.06.
Von einem heißen Ort direkt zum nächsten. Und so geschah es, dass wir einige Stunden nach dem frühen Aufbruch im Death Valley waren. Wir hatten Glück und erreichten noch vor der Mittagssonne den heißesten Punkt der Erde. Wahrscheinlich gerade deswegen waren wir alle etwas überrascht, dass es gar nicht so warm war, wie erwartet. Tatsächlich waren Lake Havasu und Las Vegas um einige Grade heißer. Wir fackelten nicht lange und nachdem wir etwas im Valley herumgestöbert waren, ging es schnell zurück in den klimatisierten Bus - ein Hoch auf die Technologie!
Das nächste Ziel hätte auf den ersten Blick nicht unspektakulärer sein können. Ein kleines Örtchen mit dem Namen Bishop wurde unser nächtliches Domizil. Allerdings hatte unser Tourguide ein Ass im Ärmel und so fuhren wir alle in der nächtlichen Dämmerung zu einem echten Geheimtipp. 'Hot Springs' nannte sich das Ganze. Im Grunde genommen waren das kleine Whirlpools, die Mutter Erde uns geschenkt hat. Kleine Teiche, die ganz warm waren (und bestimmt immer noch sind).
Dort verbrachten wir ein paar Stunden, in denen wir viel redeten und uns noch ein wenig besser kennenlernten. Ach! Und hier besuchte mich auch meine Freundin die Fledermaus mal wieder! Anscheinend hatte diese über den Quellen/Teichen ihr Familientreffen, denn es wimmelte nur so von diesen Tieren. Der Tag endete mal wieder mit dem Schlaf unter dem freien Sternenhimmel.
Fazit: Das Death Valley war ganz anders, als ich es mir zuvor ausgemalt hatte. Ich dachte eher an eine typische Wüste mit viel Sand und vielleicht sogar Sanddünen. Natürlich ist das Valley eine Wüste, aber ich würde sagen, keine normale (wenn es das denn gibt). Anstatt richtigem Sand, ist der Boden ausgetrocknet und rissig. Felsen kann man ab und an erspähen. Von diesem Fleck der Erde, bin ich etwas enttäuscht. Bishop und seine Natur-Whirlpoole hingegen, haben mich wieder zum Staunen gebracht. Es ist faszinierend, was Mutter Natur alles so zaubern kann!
 
Donnerstag, 25.06
Heutiges Ziel: Yosemite! Ein wunderschöner Nationalpark mit jeder Menge Wander- und Spaziergelegenheiten.
Nachdem wir Yosemite erreichen, ist unsere erste Aufgabe einen kleinen Berg zu erklimmen. Als wir die Spitze schließlich erreichen, sind wir erleichtert. Der Anstieg hatte es ganz schön in sich. Die Mühe jedoch macht sich mit einem wunderschönen Ausblick mehr als bezahlbar.
Zum Mittagessen treffen wir uns am Tenayalake, der wunderschön zwischen den Bergen liegt. Nachdem wir gestärkt und gekühlt wieder frisch in den Bus steigen, stoppt dieser als nächstes am 'Half Dome', dem Aussichtspunkt über einen weiten Teil des Parks.
Am Nachmittag hatte ich noch einen weiteren Programmpunkt dazu gebucht - ein Ausritt durch Yosemite!
Fazit: Yosemite ist einzigartig und atemraubend. Ich muss sagen, dieser Stop war mein Favorit unter all den Dingen, die wir gesehen haben. Ich empfehle jedem, der die Möglichkeit hat, sich diese Schönheit anzuschauen und sich selbst ein Bild zu machen! Den Ausritt allerdings hätte ich mir sparen können. Er war nicht halb so gut, wie erwartet und hat mir nicht das gezeigt, was ich gerne hätte sehen wollen. Thumbs down!


Freitag, 26.06.
Die erste Wehmut kommt auf! Auf der Fahrt von Yosemite nach San Francisco haben wir alle etwas Zeit, die letzten Erlebnisse zu verarbeiten und realisieren auf einmal, dass heute unser letzter Tag ist! Kurz bevor uns diese Gedanken so richtig runterziehen können, sind wir jedoch angekommen. Als erstes steht auf dem heutigen Tagesplan die Golden Gate Bridge. Nachdem wir aus dem Bus steigen wird uns schnell bewusst, dass in San Francisco andere Winde wehen. Und was für welche! Leider spielt auch das Wetter sonst nicht so gut mit und die schüchterne Brücke ist mal wieder in einen Schleier aus Wolken gehüllt. Das jedoch kann unserer Laune nichts anhaben. Der letzte Tag soll nochmal gebührend gefeiert werden!
Als nächstes werden wir nach Fishermans Warf kutschiert, wo wir mal wieder 'Freilauf' haben. Auf eigene Faust erkunden wir nun dieses weitere Wahrzeichen von SF.
Als wir abends in die Betten fallen sind wir durchgefroren, durchgewindet, traurig und glücklich zu gleich.
Fazit: Mit der Golden Gate Bridge muss man einfach Glück haben. Zu schnell und zu oft, ist diese in den Wolken verschwunden, alles was bleibt sind starke Winde. Wenn sie sich jedoch für einen Moment traut, sich zu zeigen, ist sie genau das, was man von Bildern kennt!
Auch Fishermans Warf ist fantastisch. Beinahe einer meiner Lieblingsorte von San Fan.

Samstag, 27.06. - das Hoteldisaster
Nachdem die ersten schon früh morgens abreisen mussten, machen wir uns erneut auf Entdeckungstour. Durch Zufall entdecken wir einen bunten Markt direkt an der Hauptstraße der Stadt. Wie sich herausstellt ist dieses Wochenende PRIDE (ein großes Fest zu Ehren der Schwulen und Lesben). Auf dem Markt verbringen wir fast den ganzen Tag. Es gibt so viel zu sehen, an jeder Ecke türmen sich Glitzer und Regenbogenfarben. Ein Mensch ist verrückter, als der andere und generell herrscht über dem gesamten Platz eine unglaublich freie und spaßige Atmosphäre! Ganz getrieben von dieser, fließen wir mit dem Strom durch die Straßen.
Am frühen Nachmittag jedoch, haben wir vorerst genung und nehmen ein Taxi an den Rand der Stadt. Dort stehen zwei Hügel (Twin Peaks), von denen aus man einen wunderbaren Blick über die ganze Stadt hat. Gegen Abend wird es Zeit und meine Reisebegleitung und ich maschieren die steilen Straßen zu unserer Unterkunft für die nächsten Tage hinauf. Wir haben nämlich noch ein paar Tage extra in dieser besonderen Stadt, ganz auf eigene Faust gebucht.
Als wir an unserem Hotel ankommen, trifft es uns wie der Schlag! Das Gebäude ist herunter gekommen und eine Gestalt schaut gruseliger aus, als die andere. Am Zimmerrahmen sieht man Brecheisen Abdrücke, als hätte jemand schon einmal versucht in dieses einzubrechen. Die Toilette ist dreckig, unhygienisch und eine Kakerlake sitzt auf dem Rand. Das gesamte Hotel wird von einem stinkigen unangenehmen Geruch überdeckt. Eins steht fest, hier bleiben wir nicht! Schnell wird das mobile Telefon zur Hand geholt und das Internet nach neuen Unterkünften durchforstet. So schnell, wie unsere erneute Suche auch angefangen hat, endet sie auch wieder. Nach diversen Seiten steht nämlich fest, dass durch das besondere Pride Wochenende ganz San Francisco fast restlos ausgebucht ist! Eine letzte Möglichkeit fällt uns wie Schuppen vor die Augen! Ein anderes Pärchen, das wir auf der Tour kennengelernt haben, bleibt auch noch für ein paar Tage in der Stadt. Flink schweben meine Finger über die Tasten und nach ein paar Malen hin und her steht fest, dass wir erst einmal hier raus müssen. Das bestellte Taxi bringt uns zu ihrem Hotel und gemeinsam suchen wir nach einer weiteren Lösung. Schießlich trauen wir uns und fragen den lieben Herren an der Rezeption, ob wir für eine Nacht zu viert in einem Zimmer nächtigen können. Er gibt ein und ein riesiger Brocken fällt von meinem Herzen! Erleichtert und total glücklich richten wir uns für eine Nacht in dem kleinen Hotelzimmer von dem anderen Paar ein. Am nächsten Tag, ziehen wir in ein Zimmer gegenüber (in der gleichen Pension) ein. An dieser Stelle möchte ich A und M noch einmal von ganzem Herzen danken!! Was hätten wir nur ohne euch getan? Ihr seid einfach die Retter in der Not gewesen, haha!

Sonntag, 28.06.
Nach einer kurzen Nacht geht es weiter mit dem Abenteuer. Gemeinsam mit A und M gehen wir zurück zur Marketstreet, auf der heute die Pride-Parade stattfindet. Ganze zwei Stunden stehen wir am Straßenrand, schauen und staunen und können teilweise unseren Augen kaum trauen. So viele bunte Menschen, so viel schillernde Kostüme und so viel Lebensfreude!
Als unser Magen schließlich knurrt, räumen wir das Feld und suchen nach einem kleinen Stop. Den Nachmittag verbringen wir in einer Mall, direkt an der Marketstreet. Nachdem wir dort etwas Zeit verbracht haben und uns wieder auf den Weg zum Hotel machen wollen, sehen wir gerade noch, wie der letzte Wagen von der Straße rollt. Wir sind erstaunt, ganze 7 Stunden hat diese Parade gedauert!

Montag, 29.06.
Nach einem bunten und lauten Wochenende entscheiden wir uns, den Tag heute etwas ruhiger angehen zu lassen. Erneut spazieren wir die Marketstreet entlang. Das erste Mal können wir sie ganz normal sehen und entschließen hier etwas zu stromern. Rechts und links reihen sich Geschäfte aneinander, in die wir abwechselnd hineinschnuppern.

Dienstag, 30.06.
Wir haben schon seit längerem Alcatraz Tickets gebucht und heute ist der Tag der Tage. Da wir erst ab dem Nachmittag befugt sind, die Insel zu betreten, verbringen wir den Vormittag mal wieder am Fishermans Warf. Als es schließlich soweit ist, bringt uns ein kleines Bötchen auf die isolierte Insel. Auch hier pustet der Wind wieder aus allen Backen. Nach einem kleinen Film über Alcatraz, steigen wir den Berg hinauf und gelangen schließlich am Gebäude an. Dort folgen wir einer kostenlosen Audio Tour durch das ganze Gefägnis und wieder bin ich fasziniert. Von der gesamten Geschichte die hinter dem Ganzen steht!

Mittwoch, 01.07.
Der Tag beginnt mit einem langen Spaziergang zu den Painted Ladies, eine ganz besondere Häuserreihe. Auf dem Weg dahin schlendern wir durch ein ganz schönes Viertel und ich bin beeindruckt von den vielen verschiedenen Seiten San Franciscos.
Nach einer kurzen Stärkung zum Mittag, ist das nächste Ziel Chinatown. Da ich zuvor noch nie in einem Chinatown, egal in welcher Stadt, war, bin ich kurz sprachlos. Genauso stelle ich mir das richtige China auch vor! Wir stoppen in einer Bäckerei und kaufen einen großen Beutel Glückskekse! Diese liebe ich einfach! Den Abend lassen wir mit unseren Gedanken noch bei all den gesammelten Eindrücken mal wieder am Fishermans Warf ausklingen.

Donnerstag, 02.07.
Und auch der schönste Urlaub und das spannenste Abenteuer hat irgendwann ein Ende...

Fazit: San Francisco hat mich nicht enttäuscht! Ich finde, es ist eine unglaublich schöne Stadt und ich bin froh, dass ich diese besuchen und auf ihre besondere Art und Weise am eignen Leib erleben durfte. Auch das gerade an diesem Wochenende Pride war, hat mir unglaublich gut gefallen. Besser hätten wir uns unseren Zeitpunkt gar nicht legen können. Pride ist eine Erfahrung ganz für sich gewesen. 
Auch Alcatraz war wunderbar! Es steckt noch so viel mehr hinter dieser Insel, als nur das Gefängnis. Wenn ihr nach San Francisco kommt, macht unbedingt klar, dass ihr schon früh im Voraus Tickets bucht, ihr werdet nicht enttäuscht werden! 
Fishermans Warf ist, wie schon erwähnt, mein Lieblingsort gewesen. Da hab ich mich als Norddeutsche etwas heimisch gefühlt :-) Auch Chinatown ist einen Besuch wert, finde ich.

Überblick: Ich bin froh, dass ich die Tour mit AuPairAdventures gemacht habe. Ich bin auch sehr froh darüber, dass es Organisationen gibt, die solch Abenteuer anbieten. Mir hat es unglaublich gut gefallen, dass die Tour sehr individuell und einzigartig ist. Die Reisenden sind Teil der Gestaltung, das heißt, wenn man von einem Ort gehört hat, der auf der Reise liegt und genügend Zeit ist, kann es passieren, dass man auch dort stoppt. Auf der anderen Seite, wird eine solche Tour auch durch das Wetter und andere unbeinflussbare Dinge geformt. Ein Stau kann einem den schönen Sonnenuntergang klauen, der Regen kann ein Schlafen unter den Sternen verhindern. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen finde ich diese Reise so besonders und toll!
Außerdem bin ich sehr dankbar für all die Menschen, die ich kennenlernen durfte! Ich bin dankbar für all die Momente, die ich erleben durfte und dass ich sie mit liebgewonnenen Menschen teilen konnte. Die zwei Wochen kann mir keiner mehr nehmen und niemand wird je wieder genau das Erleben, was ich oder wir erlebt haben!
Ein großes Danke an alle, die dabei waren und den Spaß so unvergesslich gemacht haben!

Kuss und Schluss
Franziska <3

Samstag, 18. Juli 2015

Travelreport - fun in the sun!

Lang lang ist's her.. Kaum zu glauben, dass die Tour und der Urlaub an der Westküste schon wieder seit knapp drei Wochen der Vergangenheit angehören!

Trotzdem sind die Erinnerungen an eine wunderschöne Zeit immer noch präsent und bevor sich diese mit all ihren Details etwas verflüchtigen möchte ich sie gerne aufs virtuelle Papier bringen!
Ich lade euch nun also ein, mit mir noch einmal meine Reise an der Westküste entlang, revue passieren zu lassen.

Vorab ein kleiner Aupair-Tipp: Spart euer Geld! Dreht jeden Cent zweimal um und überlegt euch genau, ob ihr euer gut verdientes Geld nun in ein paar neue Schuhe oder die nächste Reise investiert! Es wird sich lohnen! Ich selber bereue es etwas, mein Geld nicht ein wenig mehr im Schach gehalten und es mehr für das Reisen ausgegeben zu haben. Ich verstehe, dass man die neue Designer Tasche unbedingt haben muss, das wöchentliche Gehalt macht es einfach. Aber ich sage euch, die Momente, die ihr auf euren Reisen oder spätestens im Reisemonat einsammeln könnt, kann euch kein materielles Item wiedergeben! Ihr seid in einem unbekanntem und facettenreichem Land - nutzt es aus und versucht so viel wie möglich davon wieder mit nach Hause zu bringen. Denn die erlebten Geschehnisse kann euch niemand mehr nehmen! Und wie heißt es so schön? Man ist nur einmal jung!

Genug von meinen Weisheiten, haha. Beginnen wir!

Donnerstag, 18. Juni
Nachdem ich mich morgens noch von J verabschiedet habe, sitze ich kurze Zeit später am Flughafen. Die Zeit zieht an mir vorbei und ehe ich mich versehe, laufe ich den schmalen Gang zwischen den Sitzen entlang, die Augen suchen nach meinem Sitzplatz. In der letzten Reihe erspähe ich dann meine Sitzplatz Nummer. Nachdem mein Rucksack unter dem Sitz verstaut und ein kurzes 'Hallo' an die Sitznachbarn ausgetauscht ist, startet der Flieger. An Board unteranderem mich, ein Aupair, dass ihre Freude über die kommenden zwei Wochen kaum unterdrücken kann.
5 Stunden später habe ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen, einen so turbulenten Flug habe ich lange nicht mehr erlebt! Das alles ist jedoch schnell vergessen, als ich am Gepäckband meiner besonderen Person, die mit mir das kommende Abenteuer bestreitet, in die Arme springen kann!
Nach einer Pizza zum Abendbrot, schlummern wir schnell in dem großen Bett. Der Jetlag hat uns beide doch etwas erwischt.

Freitag, 19. Juni
Nach einem erholenden Schlaf, wird schnell der Plan des Tages erstellt.
Mit dem öffentlichen Verkehrsmitteln geht es zum Hollywood Boulevard. Nach einer Stunde in einem stickigen und sehr überfüllten Bus, spuckt dieser uns nun endlich aus. Soweit das Auge reicht, sieht man Armut. Von dem ersten Schock erholt, spazieren wir los.
Ich muss gestehen, ich war arg enttäuscht! Bis auf einen kleinen Teil (Chinese Theatre, etc) ist der Hollywood Boulevard heruntergekommen und ekelig. Viele Obdachlose sitzen bettelnd am Straßenrand, hoffen auf die Touristen, die sich vom 'richtigen' Boulevard verlaufen. Überall steigt einem ein beißender Urin Geruch in die Nase. Ich bin perplex.
Fazit: Der Hollywood Boulevard ist definitiv mehr Schein als Sein!



Samstag, 20. Juni - TOURSTART! 
Etwas nach 8.00 Uhr morgens trudeln verschlafen die letzten Teilnehmer der Tour ein. Auch unser Guide wirkt, als könne sie noch eine Mütze Schlaf gebrauchen! Murmelnd und noch schüchtern stellen wir uns alle kurz vor. Danach werden die Regeln und Bedingungen verkündet und schließlich wird das Gepäck im Anhänger verstaut. Als wir auch den letzten Koffer unterbekommen haben, geht es in den Bus. Erster Stop - Venice Beach!
So ein unglaublich schöner Strand! Hier verbringen wir ungefähr eine Stunde, in der wir unsere Füße im noch kaltem Meerwasser baden und dadurch langsam wacher werden.
Auch die ersten Gespräche entwickeln sich langsam und es entstehen schnell kleine Grüppchen.
Ich fange an, den Plan von gestern etwas zu bereuen und wünsche, wir hätten eher an einem der schönen Strände uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.
Nachdem nun alle sichtlich wacher und lebendiger zurück zum Bus kehren, stoppt dieser als nächstes am Beverly Hills Sign, Rodeo Drive und schließlich erneut am Hollywood Boulevard. Dort haben wir 'Auslauf' und können uns etwas stärken.
Als uns der Bus, nach 7 Stunden on the road, das nächste Mal ausspuckt ist es bereits dunkel und wir sind in einem anderen Bundesstaat angekommen. Am Lake Havasu verbringen wir die Nacht. Es ist verdammt heiß, sodass der Sprung in den kalten See wie der pure Luxus erscheint! Während wir alle uns über die Abkühlung erfreuen, grillt unser Guide ein paar Burger und nachdem wir wie wilde Raubtiere über diese herfallen, schauen wir erschöpft aber glücklich umher. Die Möglichkeit ein Zelt für diese Nacht aufzubauen nimmt niemand an und so schlafen wir alle unter freiem Sternenhimmel direkt am Seeufer. Etwas schöneres eine solche Tour zu starten gibt es nicht, finde ich!
Fazit: Den Stränden von LA hätten wir definitiv am vorherigen Tag Beachtung geben sollen! Am Beverly Hills Sign haben wir die großen Palmen Alleen gesehen, welche für mich der Inbegriff von Los Angeles sind. 
Lake Havasu war auch im Dunklen wunderschön und einen Stop an diesem See empfehle ich auf alle Fälle!


Sonntag, 21. Juni
Passend zum Sonnenaufgang (4.30Uhr) beginnt das erste Räkeln an unserer Schlafstätte. Nach einem erneuten Bad im See, werden die Schlafsäcke und Matratzen wieder zusammen gerollt und alles verstaut. Dann ist es Zeit fürs Frühstück und erneut begeben wir uns auf die Straße. Nächster Stop - Gran Canyon National Park!
Als wir nachmittags an dem heutigen Ziel ankommen, werden schnell die Zelte aufgebaut. Dann geht es weiter und wir werden direkt zum Canyon gefahren. Unser Guide lässt uns an einem kleinen Wanderweg heraus, der wohl ein echter Geheimtipp ist. Nach einem kleinen Walk durch eine schöne Landschaft, erstreckt sich schließlich das Naturwunder vor unseren Augen! Wir sind sprachlos. Das ganze sieht wie eine riesige Fotoleinwand aus! Wir schlängeln uns durch kleine Pfade und entdecken immer schönere Plätze. Wir verbringen den ganzen Nachmittag damit, an den Abgründen der Steine entlang zu balancieren und als es Zeit für den Sonnenuntergang wird, haben wir ein schönes Fleckchen gefunden.



Montag, 22. Juni
Vom Gran Canyon fahren wir die Route 66 entlang. Dort stoppen wir zum Mittag in Seligman, der Geburtsstadt der berühmten Straße. Auch hier haben wir wieder etwas Zeit, das kleine Dorf auf eigene Faust zu erkunden und so laufen wir die Straße rauf und runter, bewundern die kleinen Dinge, die diesen Ort so besonders machen.
Nach ein paar weiteren Stunden erreichen wir Las Vegas und sind fasziniert von dieser Stadt mitten in der Wüste! Anschließend auf das Einchecken im Hotel, streunern wir etwas über den so genannten Strip, der Einkaufsstraße Las Vegas. Zu lange draußen können wir uns jedoch nicht aufhalten, denn es ist unglaublich heiß und stickig!
Abends steht noch ein Highlight auf dem Plan - eine LIMOPARTY! Mit einer großen Limousine, jeder Menge Spaß am Leben und guter Laune geht es mit lauter Musik durch Las Vegas. Was für ein toller Marmelandenglasmoment!
Fazit: Die Route 66 ist ellenlang und scheint an vielen Punkten sehr verlassen. Die kleinen Orte, die jedoch noch übrig sind, sind mehr als lebendig und total süß! Auf jeden Fall sind diese einen Besuch wert - erst Recht, wenn man großer 'Cars'-Fan ist, denn dieser Film wurde von der Route 66 inspiriert, was man vorallem in Seligman sehr schön sieht.
Auch Las Vegas ist klasse. Eine Reizüberflutung und Spieleparadies. Genau das, was man aus diversen Filmen so vermittelt bekommt! 



Mit dem Bericht bis zum besagten Montagabend entlasse ich euch vorerst!
Wie die ganze Reise weitergeht, was wir noch so erleben und meine ganzen Eindrücke findet ihr im zweiten Teil meines Westküsten Trips! (Dieser wird Anfang nächster Woche auf jeden Fall online kommen!!)

Ich wünsche nun ein schönes Wochenende. Ich hoffe, die Sonne kitzelt euch in der Nase und ihr könnt diese auch in vollen Zügen genießen!

Kuss und Schluss
Franziska <3