Ein AuPair an sich..

Wir haben doch tatsächlich schon die drei Monatsmarke geknackt!
Und da jeder vergangene Monat etwas besonderes bedeutet, versuche ich jeden 'Monatsmarkenmeilstein' einem speziellem Thema zu zuordnen.
Zum zweiten Monat war das mein Beitrag zu 'Hinter den Kulissen' und nach meinem ersten Monat habe ich Stellung zur 'Runde Zwei' genommen.
Nun kommt der dritte mit dem Titel 'Ein AuPair an sich' (ja, wer lesen kann, weiß das selber!)

- Achtung, Laber-Rhababer Text! - 
 
Drei Monate, 1/4 Jahr, ungefähr 90 Tage, unendlich viele Stunden, Minuten und sogar noch mehr Sekunden, darf ich mich nun schon ein AuPair nennen. Was das Ganze eigentlich bedeutet, das möchte ich euch gerne in diesem Text näher bringen.

Was ein AuPair oberflächlich ist, das kann man schnell ergooglen.
'Au-pair, (Kurzform für „Au-pair-Junge“ oder „Au-pair-Mädchen“) nennt man junge Erwachsene oder in manchen Staaten auch Jugendliche, die gegen Verpflegung, Unterkunft und Taschengeld bei einer Gastfamilie im In- oder Ausland tätig sind, um im Gegenzug Sprache und Kultur des Gastlandes bzw. der Gastregion kennenzulernen.' (Einen herzlichen Dank an Wikipedia für diese Definition)
Jedoch steckt da so viel mehr dahinter.
Für die manchen Gastfamilien mag es die günstige Alternative zu einer Nanny sein. Denn obwohl diese trotzdem noch eine stattliche Summe für ein AuPair ausgeben, ist das nur ein Bruchteil von dem, was eine professionell ausgebildete Nanny fordern würde. Allerdings sollte man unter diesem Aspekt nicht vergessen, dass wir Bewerber zwar Arbeitsstunden vorzeigen müssen, jedoch keinen Unterricht über bestimmte Themen genossen haben. (Die Trainingschool klärt in erster Linie nur belanglose und ohnehin schon klare Dinge. Meines Erachtens ist sie eher weniger hilfreich und bereitet uns keinesfalls auf das taffe Alltagsleben mit den Kids vor.)
Hinzu kommt, dass wir junge Leute sind (wie Wikipedia schon richtig erkennt), die solch eine Gelegeneheit vorallem dazu nutzen wollen um etwas von der Welt zu erleben.
Die Betonung liegt auf jung. Denn auch, wenn wir unser Umfeld, unsere Heimat und eventuell auch Gewohnheiten eintauschen, bleiben wir immer noch wir. Wir wollen was erleben, wir wollen Spaß haben und es uns gut gehen lassen.

So verlassen wir also unsere Umgebung, unsere Freunde und unser Leben. Frei von all den Verpflichtungen wie Schule oder Studium, Job oder zwischenmenschliche feste Bindungen. Wir ziehen aus in die Welt, weil wir sie rufen hören, weil es uns schon ewig im Allerwertesten juckt und weil wir einfach nicht mehr stillsitzen können! Jetzt ist genau die richtige Zeit!
Mit mehr als Träumen im Koffer und jeder Menge Leichtsinn steigen wir in den Flieger. Angekommen, werden wir von einer Welle aus purer Lust und Laune am Leben mitgerissen. Umgeben von hunderten netten Menschen in deinem Alter. Mit den gleichen Erwartungen und Plänen. Jeder einzelne strahlt nur so vor Freude. Alles vergangene, vorherige harte Zeiten haben in diesem Moment keinen Platz. Alle Augen sind nach vorn gerichtet. Fokusieren die bunten leuchtenden Buchstaben. ZUKUNFT! Und die Zukunft ist jetzt. Wir haben sie in die Hand genommen. Wir haben sie uns geformt und der erste Teil ist ein Jahr im Ausland.

Der Leichtsinn und die Naivität verfliegen schnell, sobald der Alltag verkündet, auch weit ab von zu Hause, sich einzuschleichen. Und dann kommen die ersten Zweifel, die Wehmut und das Vermissen. (Das ist dann die stolze zweite von fünf Phasen. So wurde uns das erklärt.)

Das AuPair-sein schaut in der Realität anders aus. Nicht unbedingt schlechter. Es ist einfach eine besondere Situation. Du beschließt mit deinem Arbeitgeber unter einem Dach und an deinem täglichen Arbeitsplatz zu leben. Und das obwohl man vorher noch nie wirklich gearbeitet hat und/oder in einer Arbeitnehmer/Arbeitgeber Beziehung stand. Darüber war ich mir im ersten Moment gar nicht so bewusst. 
Auch wenn man schnell zum Familienmitglied wird, in manchen Momenten siegt die Formalität! Sei es der Freitag (bei mir ist das der Payday), bei dem das Bezahlt werden der Familienidylle für einen kleinen Augenblick einen Strich durch die Rechnung macht, ein Familienfoto, das bei dem gemeinsamen Ausflug für Oma und Opa aufgenommen wird oder einfach das Gefühl manchmal die Familienharmonie zu stören.
Mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl, wann es passend wäre, sich zurück zu ziehen, oder doch noch zu bleiben. Zumindest hoffe ich das. Ich schwanke nämlich oft noch zwischen 'Sollte ich sie jetzt alleine lassen?' oder 'Kommt es jetzt unhöflich, wenn ich mich nun zurückziehe?'

Fazit: Kann ich jetzt schon ein Fazit ziehen? Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich diese Frage verneinen. Dafür bin ich dann doch noch nicht lange genug ein AuPair.
Und vielleicht klingt dieser Text jetzt sehr negativ. So ist das nicht! Ein AuPair zu sein hat echt tolle Seiten und ich bin jetzt schon super froh mich dazu entschlossen zu haben. Ich wollte nur kurz Aspekte beleuchten, die vielleicht nicht in den ersten Gedanken mitschwingen.

(Ich merke, dass meine Gedanken, keinen Sinn mehr ergeben. Sich wie ein Zirkel durch meinen Kopf schlängeln. Neuen Ideen und Aspekten gewähren sie keinen Eintritt mehr.
Ich lasse sie nun also noch ein wenig durch meinen Kopf tänzeln und bin mir bewusst, dass ich bestimmt einen Bruchteil der Dinge eines AuPair-Daseins vergessen haben zu erwähnen.)

Kuss und Schluss
Franziska <3

Kommentare

  1. Mein Schatz,
    Es werden noch ganz viele tolle und wunderschöne Momente kommen, da bin ich mir ganz sicher! Und aus der eigenen Erfahrung weiß ich, das es auch die sind, die Dich Dein ganzes weiters Leben begleiten werden! Wir sind unendlich stolz auf Dich, auch wenn wir Dich wahnsinnig vermissen! Haben Dich lieb❤�� Mama

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  2. Dieser Weg wird kein leichter sein. Dieser Weg wird steinig und schwer!
    Du hast Dich entschieden, den Weg zu beginnen. Und das ist toll. Geh ihn weiter - diesen Weg. Dann kommst Du auch irgendwann über "Los" und wirst belohnt dafür. Da bin ich mir ganz sicher!!!
    --- Papi ---

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  3. Du hast ja shon 3 Monate geschafft.Weiter so, am Ende wirst Du Stolz auf Dich sein .Opa

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  4. Endlich hast du wieder geschrieben!! Ich bin zwar nur eine Arbeitskollegin von deinem Papa und kenne dich somit gar nicht wirklich ;-) , lese deine berichte aber immer fleissig und mit Begeisterung. Bin also schon ein Fan geworden:-)
    Du hast meinen tiefen Respekt und ich freue mich jetzt schon auf deine nächsten berichte!!
    Halt die Ohren steif, Regina

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  5. Huhu du liebe, drück dich ganz doll!
    Kussi Judith

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  6. Wir wollen mal wieder Fotos sehen!!!

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