Wenn einer eine Reise tut...

... dann kann er was erleben! Aber ich lebe noch!
(Warnung! Dieser Post könnte etwas länger werden. Wer sich das nicht antun möchte, ist jedoch herzlich Willkommen, wenigstens den Bildern kurze Beachtung zu schenken :-))
Zwar hatte ich schon frühzeitig angekündet, dass ich für ein paar Tage der virtuellen Welt entschwinden werde, jedoch hatte ich nicht mit einer ganz so langen Pause von fast einer Woche gerechnet. Aber nun gut. Ich habe diese Zeit sehr genossen und melde mich nun mit voller und aller Kraft zurück!

Eigentlich wollte ich diesem Post den Titel 'Quality Time' geben, denn die Zeit in Florida, bei meiner Familie war oder ist mir sehr viel wert, aber nach meiner Odyssee vom Heimweg (wir kommen später darauf zurück), passt die Überschrift, welche ich nun ausgewählt habe tausend mal besser.
Aber fangen wir der Reihe nach an.

Donnerstag
Morgens um halb 6 klingelt mich die allzu bekannte Melodie aus den Federn. Nach zehnmaligem Umdrehen, blinzele ich der Wahrheit ins Gesicht, aufzustehen. Ein Gedankenblitz durchkreuzt meine noch verschlafenen Gehirnzellen. Auf auf, es geht zur FAMILIE!
Und schwups geht alles direkt in doppelter Geschwindigkeit. Der Koffer wird mit letzten Utensilien bestückt, jegliches Kleinzeug für das 'Personal Item' zusammen gesammelt und in den Rucksack geworfen.
Nächste Station, Küche. Dort wird noch schnell das Frühstück für die kleine Maus zubereitet, bis die imaginären Zeiger der Digitaluhr auf 7 Uhr springen. Noch einmal treibt es mich in mein Zimmer. Ein letzter Check, ob alles seinen Weg in den Koffer gefunden hat. Ein letzter Stop am Arbeitszimmer meines HD, um sich zu verabschieden. Noch ein paar letzte Tipps einsammeln schadet nie! Ich höre gerade noch morgendliches Gegrummel aus J's Zimmer, bevor ich die Tür hinter mir zu fallen lasse.
Da stehe ich vor dem Auto, atme die frische Morgenluft ein und steige guter Dinge in den Wagen. Mit dem Weg im GPS und guter Musik im Radio geht es auf den Highway.
Trotz morgendlicher Rush Hour, komme ich gut durch und fahre zu errechneter Zeit in das Parkhaus. Ein Parkplatz ist auch schnell gefunden und so steht der ersten Etappe Harrisburg nach Philadelphia nichts mehr im Wege!
Mir war bewusst, dass die Maschine nach Philly recht klein sein muss (bei einem 30-45min Flug), jedoch überraschte mich die tatsächliche Größe etwas. Es erinnert, meiner Meinung nach, etwas an einen Privatjet.
Dreckige Scheibe, entschuldigt..
Dieser Flug war also ziemlich kurz, die anderen beiden (Philly to Charlotte und Charlotte to Ft Myers) gingen nahtlos in einander über.
Auffällig: Alle Flüge scheinen hier kürzer zu sein, als sie geplant sind. Ob die Fluggesellschaften somit Verspätungen direkt in die Flugzeit miteinberechnen?
Abends um kurz nach 18 Uhr war dann endlich der große Moment gekommen. Freudestrahlend stieg ich aus dem letzten Flugzeug und so schnell mich meine Beine in einem angemessenen Tempo, ohne dass ich aussehe wie ein Affe, tragen konnten, schwebte ich dem Ausgang entgegen! Und da waren sie alle drei! Mama, Papa und meine Schwester. Alle mindestens genauso grinsend, wie ich! (Muss ich erwähnen, dass auch ein paar Freudentränchen gekullert sind?)
Nachdem wir unsere Gefühle vorzeitig etwas unter Kontrolle hatten, machten wir uns auf den Weg zu einem meiner Lieblingskettenrestaurants. Genannt 'Cici's Pizza'. Das ganze System besteht daraus, dass es ein Pizza Buffet mit einem All you can eat ist. Und dort gibt es eine geniale Pizza, die ich noch nirgendwo anders, so in der Form, gesehen habe. Die Nudelpizza!

So lecker!
Die Zeit darauf verging ziemlich schnell. Nachdem unsere Bäuche voll und wir gestärkt waren ging es in unsere Wohnung und der restliche Abend klang mit viel Gesprächstoff gemütlich auf der Terasse aus.

Freitag
Morgens um halb 8 Uhr geweckt zu werden ist auf einmal gar nicht mehr schlimm, wenn es von den Liebsten übernommen wird. Sogar im Urlaub steht man dann super gern auf.
Nach einem super leckeren Frühstück wurde dann dem Pool erstmal einen Besuch abgestattet. Was ist Florida ohne Pool?

Der strahlend blaue Himmel versüßt einem sofort den Tag!
Hallo Paradies!
Lasst euch sagen, bei 100°F lässt es sich am und natürlich im Pool echt ganz herrlich aushalten! Doch wenns am schönsten ist, soll man ja bekanntlich aufhören, weswegen wir immer so gegen Mittag das Feld räumen und uns bereit für folgende Programmpunkte machen. So auch am Freitag.
Eine meiner Lieblingsshopping Malls stand auf dem Plan.
Die Zeit raste also davon, während wir von Geschäft zu Geschäft bummelten und plauderten. Und schließlich genossen wir wieder die Viersamkeit bei einem entspannten Abendbrot auf der Terrasse mit vielem Schnaken.

Samstag
Punkt halb 8 Uhr lag ein betörender Bacon Geruch in der ganzen Wohnung und machte es schier unmöglich noch weiter zu faulenzen. Auch dieser Tag wollte ausgenutzt werden.
Wenn man zurück in eine Stadt kommt, die man schon seit vielen Jahren kennt, aber seit längerer Zeit nicht mehr besucht hat, möchte man gerne schauen, was sich alles verändert hat. So trug es sich zu, dass wir den Vormittag dieses Mal mit Herumfahren und Bestaunen von neuen, veränderten Dingen verstreichen ließen.
Am Nachmittag stand dann einer meiner persönlichen Höhepunkte an. Wir fuhren in die Everglades und besuchten einen privaten Zoo. Dieser wird von nur einem Mann geführt, der Tiere (Reptilien und Vögel) von Menschen bekommt, die sie nicht mehr möchten. Dort bekommt man trotz kleiner Tieranzahl echt super viel geboten. Ich habe mal eine kleine Auswahl fotografiert.

Alligatoren in freier Wildbahn sind in den Everglades keine Seltenheit


Diverse Schlangen, Schildkröten und Krokodile gehören ebenso zu seinen 'Haustieren'.
Auf dem Weg durch die Everglades kommt man auch am kleinsten Postamt der USA vorbei und natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, dort einen kurzen Stop einzulegen.






Auch dieser Tag endete dann wie 'gewöhnlich', aber super schön.


Sonntag
Nach erneutem ausgiebigen Frühstück, erreichten uns abermals die Rufe des kühlenden Nass und so ergab es sich, dass wir uns auch an diesem Tag durch eine Abkühlung frisch für Folgendes machten.
Leider mussten wir nach diesem Programmpunkt etwas herunterfahren, da das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung machte. Man muss wissen, Florida ist ein sehr wechselhafter Staat, was das Wetter anlangt. Mindestens ein Gewitter pro Tag steht auf der Tagesplanung.

Huch..
Trotzdem ließen wir uns von diesem nicht ungewohnten Wetter nicht die Laune verderben und hatten gute Laune und viel Spaß miteinander.

Montag
Und ehe man sich versah, brach auch schon der letzte richtige Tag an. Dass an erster Stelle wieder der Pool stand, müsste ich bestimmt nicht mehr erwähnen.
Für später war dann ein weiterer Shoppingbummel angesetzt und schließlich, ein absoluter Marmeladenglas Moment, der Sonnenuntergang am Strand!
Trotz erneuten starken Gewittern am Nachmittag, fiehl dieser wahnsinnig atemberaubend schön aus!
Lassen wir Bilder sprechen.



Sogar ein paar Meeresfreunde statteten den Sonnenfreunden einen Besuch ab. Okay, ich glaube, es war eher das abendliche 'Wir verarschen Touris'-Ritual. Jedes Mal, wenn ein Delfin auf einer Seite hochsprang und sich die ganze Menge zu ihm drehte um ihn in einem Foto für die Erinnerung einzufangen, sprang ein nächster auf der anderen Seite heraus. Sehr witzig. Trotzdem haben wir letztendlich ein paar Schnappschüsse ergattert.

Sogar ein Rochen hat uns mit seiner Anwesenheit beehrt
Einfach wunderwunderschön! Da fehlen sogar mir die Worte.

Naples Pier <3
Dienstag
Und da war er schon, der letzte Tag. Da ich aber erst abends flog, stand fest, wie wir den letzten Tag gestalten wollten. Mit dem Pool, womit sonst?
Und so genossen wir noch die letzten ruhigen Stunden im Paradies, bevor es in die Wohnung ging und es erneut Sachen zusammen sammeln hieß. Habe ich schonmal erwähnt, dass die Zeit verfliegt? ;-)
Gegen 17 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Flughafen und ein erneutes Gewitter drückte unsere getrübte Stimmung bestens aus.
Schon als wir in die Eingangshalle des Airports kamen, stand an der großen Tafel, mein Flug nach Charlotte (meine Flugroute lautete Ft Myers to Charlotte, Charlotte to Harrisburg) habe Verspätung. Na super, das bedeutete Stress beim späteren Umsteigen. Doch es verging immer und immer mehr Zeit und der Flug verspätete und verspätete sich! Irgendwann stand fest, ich werde meinen Anschlussflug definitiv nicht mehr bekommen. Also maschierten meine Mama und ich zu dem Counter und die Dame dort bestätigte unsere Befürchtung. Auf gutem Rat von ihr, beschlossen wir, ich würde erstmal zum ersten Stop fliegen, dort in einem Hotel übernachten und morgen den direkt ersten Flug nach Harrisburg nehmen. Gesagt getan.
Schließlich, nach ca. 1 1/2 Stunden Verspätung hob dann mein Flieger zum vorzeitigen Ziel ab.
Am Flughafen angekommen, lief alles schief. Meine Hotelreservierung war nicht gültig, denn die Damen und Herren in Ft Myers hatten vergessen einen besonderen Stempel auf meinen Voucher zu drucken. Also durfte ich durch den ganzen Flughafen dackeln, stets auf der Suche nach einem Service Point. Schließlich einen gefunden, gab es Chaos beim Buchen eines neuen Hotels, denn jeder in meinem Flugzeug hatte seinen Flug verpasst und musste irgendwo unterkommen.
Als es dann schließlich soweit war und ich ein Bett für die Nacht hatte, durfte ich erneut durch den ganzen Flughafen laufen und nach einem Shuttle suchen.
Als ich dann endlich einen gefunden hatte, war dieser schon bis oben hin voll und ich wurde auf den nächsten in einer halben Stunde vertröstet. Okay gut, dann wartete ich eben. Es war ja erst ca 24 Uhr. Also saß ich da am Flughafen und wartete und wartete und wartete (Amerikaner nehmen es nicht so genau mit der Zeit).
Schließlich kam ich so gegen halb 1 Uhr im Hotel an. Das entschädigte mich ein minimales kleines bisschen. Das war nämlich echt der Hammer, aber unter diesen Umständen dort zu sein, war eher weniger prickelnd.
Florida at night | mein letztes Flugezeug heute morgen

Mein Zimmer für die Nacht. Nicht schlecht, was?


Naja, immerhin habe ich es dann heute morgen planmäßig zum Flughafen geschafft und bin schließlich heute Nachmittag so gegen halb 3 Uhr auf unsere Einfahrt hier in Carlisle gebogen.

Ich sag euch, das war vielleicht ein Trip. Er war wunderschön und hat mir denke ich viel Kraft, neue deutsche Bücher (noch mal ein herzliches Danke!) und neue Eindrücke gegeben, aber den Rückweg hätte ich auch mit etwas weniger Dramatik überstanden. Aber wenn ich kurz das Positive erwähnen darf. So habe ich für mein Geld, welches ich für die Flüge bezahlt habe, sogar noch eine Nacht in North Carolina bekommen. Also kann ich diesen Staat schonmal von meiner Liste streichen.

Gut, bevor ich euch noch mit einem langen Abspann quäle, entlasse ich euch und freue mich, wenn ihr bis zum Schluss durchgekommen seid. Tut mir Leid, für diese vielen Worte, aber wer viel erlebt, hat viel zu erzählen.
In diesem Sinne, einen angenehmen Tag morgen. Hoffentlich ohne jegliche böse Überraschungen.

Kuss und Schluss
Franziska <3

Kommentare

  1. Wau, das war ja wirklich ein aufregender Kurzurlaub.Gruß OmaundOpa.

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  2. Eine private "Emil" hast du ja von mir schon bekommen...
    Verpassen möchte ich aber nicht, auch hier noch einmal zu erwähnen,
    wieviel Spaß es gemacht hat, mit in dein Marmeladenglas einzutauchen!
    Du schreibst ganz wunderbar und fängt man erstmal an zu schnökern, mag man gar nicht wieder aufhören!
    Ganz toll und Hut ab Franziska. Ich freue mich schon auf deinen nächsten
    Blog... und danke, dass wir daran teilnehmen dürfen!
    Bleib weiterhin so fröhlich und so tapfer und nochmals..... nimm alles an Erfahrung mit, was dir über den Weg läuft ;-)
    Viele liebe Grüße Meike ;-)

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